München (dpa) - Die Bayern haben ihr das Münchner Oktoberfest zu verdanken. Denn als Therese von Sachsen-Hildburghausen im Jahre 1810 den späteren König Ludwig I. von Bayern heiratete, wurde das Volksspektakel erstmals veranstaltet, damals noch als Pferderennen. Carolin Philipps hat Bayerns beliebtester Monarchin nun eine Biografie gewidmet.

Doch nicht jede Frauenfigur, die einst populär war, ist aus heutiger Sicht noch interessant. Therese mag gütig und mütterlich gewesen sein, doch es fehlte ihr ganz offensichtlich an Intellekt und Format. Ihrem impulsiven und launischen Mann hatte sie wenig entgegenzusetzen. Seine zahlreichen erotischen Abenteuer bis hin zu der Skandalaffäre mit Lola Montez ertrug sie mit Resignation. Möglicherweise hat sich die Autorin selbst von ihrer Protagonistin mehr versprochen, hieß es doch, Therese habe ihrem Mann als politische Beraterin zur Seite gestanden. Doch die Korrespondenz im Geheimen Hausarchiv der Wittelsbacher bestätigte dies nicht. Therese, so das Fazit der Autorin, fand nie einen Zugang zur Politik.

Carolin Philipps: Therese von Bayern. Eine Königin zwischen Liebe, Pflicht und Widerstand, Piper Verlag, München, 400 Seiten, 10,99 Euro, ISBN 978-3-492-30444-3