Berlin (dpa) - Der norwegische Künstler Morten Traavik kann sich rühmen, in Nordkorea Pionierarbeit geleistet zu haben. Er organisierte nämlich das erste Rockkonzert im Land.

Seine Beziehung zu der als äußerst verschlossen geltenden Nation währte an die zehn Jahre. So bekam er tiefere Einblicke als westliche Touristen, die sich meist nur für kurze Zeit dort aufhalten. Entsprechend informativ ist sein Buch "Liebesgrüße aus Nordkorea".

Natürlich bietet es auch die üblichen bizarren Geschichten über das abgeschottete Reich, die man als Leser so erwartet, aber darüber hinaus doch auch überraschend neue Aspekte. Dass es inzwischen moderne Freizeitparks gibt, Smartphones sehr verbreitet sind und man sogar Reitclubs mit Pferdewetten findet, dürfte viele überraschen.

Und doch ist auch Traavik den Nordkoreanern nicht wirklich näher gekommen, nicht einmal seinem Dauerbetreuer Win. Nach wie vor ist es in dem kontrollsüchtigen Land unmöglich, frei und offen mit den Menschen zu sprechen. Das ist und bleibt ein Handicap eines jeden Nordkoreabuchs.

- Morten Traavik: Liebesgrüße aus Nordkorea. Ein Extremdiplomat berichtet, Suhrkamp Verlag, Berlin, 292 Seiten, 18,00 Euro, ISBN 978-3-518-47053-4.

© dpa-infocom, dpa:200630-99-615097/2

Liebesgrüße aus Nordkorea