Paris (dpa) - Liebende Schnecken, Marssonden und halbnackte Menschen in Gewächshäusern: Die Neuinszenierung der dramatischen Legende Fausts Verdammnis des lettischen Starregisseurs Alvis Hermanis ist beim Pariser Premierenpublikum in der Opéra Bastille durchgefallen.

Während Orchester, Sänger und der rund 100-köpfige Chor am Dienstagabend anhaltenden Beifall ernteten, wurde der 50-Jährige mit Buhrufen und Pfiffen auf der Bühne empfangen.

Die Oper des französischen Komponisten Hector Berlioz lehnt sich an Goethes Fauststoff an, in dem das unermüdliche Streben des Menschen nach Wissen und seine unersättliche Begierde im Mittelpunkt stehen.

Hermanis gehört in Deutschland zu den gefragtesten Theaterregisseuren. Seit einigen Tagen sorgt er für Schlagzeilen, weil er aus politischen Gründen seine Zusammenarbeit mit dem Hamburger Thalia Theater abgesagt hat. Er halte das Engagement des Theaters für Flüchtlinge für falsch, hatte er seine Absage begründet.