BUND fordert Ausbau-Grenze für Offshore-Windenergie

Von dpa
Offshore-Windräder in der Ostsee.
Offshore-Windräder in der Ostsee. Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild/Archiv

Hannover - Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert einen naturverträglichen Ausbau der Windenergie in Nord- und Ostsee und schlägt dazu eine Ausbaugrenze von 15 Gigawatt vor. Damit tritt der BUND den bisherigen Ausbauplänen der Bundesregierung entgegen, die schrittweise einen Ausbau bis zum Jahr 2040 auf 40 Gigawatt anpeilt. „Wir sind ganz klar anderer Meinung, dass bis 2030 nur 15 Gigawatt zulässig sein dürfen, um den guten Zustand der Meere zu erhalten“, sagte der Vorsitzende des BUND in Niedersachsen, Heiner Baumgarten, am Mittwoch bei der Vorstellung eines Positionspapieres.

In der Stellungnahme schlägt der Umweltverband statt dem Ausbau auf See einen stärkeren, dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energien an Land vor. Dadurch würde eine Verdichtung der Flächennutzung in den Meeren verhindert. Zudem würden auch weniger Leitungen gebraucht.

Zurzeit arbeitet die Bundesregierung an einem neuen maritimen Raumordnungsplan, der die Ansprüche etwa von Schifffahrt, Windkraft und Naturschutz in der sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in der Nord- und Ostsee bis 2031 in Einklang bringen soll. Zum Ende des Jahres 2020 waren nach Branchen-Angaben auf See rund 1500 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 7,8 Gigawatt in Betrieb.

Aus den vorgelegten Plänen gehe hervor, dass Windkraftflächen bis an die Schutzgebiete ausgewiesen werden sollen, sagte die Leiterin BUND-Meeresschutzbüro, Nadja Ziebarth. Andere Nutzungen würden dadurch verdrängt - zum Teil auch in die Schutzgebiete hinein. Aus Studien sei bekannt, dass etwa Zugvögel Windparks im Umkreis von bis zu 16 Kilometern meiden würden. Dadurch komme es faktisch zu einer Verkleinerung der Schutzgebiete. Auch auf die Fischerei erhöhe sich der Druck, da diese in Offshore-Windparks untersagt sei.

Der BUND betonte, der Ausbau der Windenergie auf See vor den deutschen Küsten sei die Voraussetzung für die Energiewende - allerdings müsse dieser naturverträglich erfolgen. Viele Folgen des Ausbaus für den Meeresnaturschutz seien wissenschaftlich noch nicht absehbar, sagte Ziebarth. „Wir planen hier ein Industriegebiet in einem Umfang, ohne wirklich zu wissen, was wir da tun und wie die Auswirkungen sind.“ Deshalb müsse ein Ausbau schrittweise erfolgen.