Bundestag

CDU sieht schmerzhafte Umfrage: SPD: Aufwind

Gut drei Wochen vor der Bundestagswahl hat die SPD in einer Umfrage die Nase klar vorn. Bei der Sonntagsfrage für die Landtagswahl halbiert sich der Wert der Grünen zum Mai, die CDU büßt ebenfalls ein. Die CDU sagt, wie sie die Umfrage beurteilt.

Von dpa 02.09.2021, 16:33 • Aktualisiert: 03.09.2021, 22:49

Potsdam - Die Brandenburger CDU hat sich trotz der deutlich gesunkenen Umfragewerte im Land kämpferisch gezeigt. „Angesichts der Entwicklung des Bundestrends in den letzten Wochen kann das nicht überraschend, es ist trotzdem eine schmerzhafte Momentaufnahme“, sagte CDU-Generalsekretär Gordon Hoffmann am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Er wies auf die verbliebene Zeit bis zur Bundestagswahl hin: „Es bleiben noch drei Wochen zu kämpfen.“ Viele Wählerinnen und Wähler hätten sich noch nicht entschieden. Die klassischen CDU-Wählerinnen und -Wähler wüssten, dass es bei dieser Wahl darauf ankomme, die Partei zu unterstützen.

Die SPD legte einer Umfrage zufolge bundes- und landespolitisch zu, die CDU verliert, die Grünen legen nur in der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl zu. Die Werte der AfD sind jeweils leicht gesunken. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz tritt für die SPD Brandenburg als Spitzenkandidat an, seine Grünen-Kontrahentin Annalena Baerbock ebenfalls als Spitzenkandidatin der Landespartei.

Die Brandenburger SPD wertete ihren Aufwind in der jüngsten Umfrage als „realistisches Stimmungsbild“. „Wir hatten einen unfreundlichen Bundestrend. Jetzt ist die Situation, dass die Leute uns gegenüber aufgeschlossen sind“, sagte der kommissarische SPD-Generalsekretär David Kolesnyik. „Die Leute schätzen wert, dass im Land ruhig und sachlich regiert wird.“ Mit Blick auf den Vorwurf der Grünen gegen die SPD nach mangelnder Teamfähigkeit und fehlendem Vertrauen sagte Kolesnyk: „Wir haben einen Koalitionsvertrag vereinbart, danach arbeiten wir. Dementsprechend sehen wir das sehr unaufgeregt.“

Die Grünen - bei der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl über dem Wahlergebnis vor vier Jahren, aber auf Rang fünf - reagierten zurückhaltend. „In den letzten Wochen und Monaten haben wir viele Umfragen mit Höhen und Tiefen gesehen, und auch diese nehmen wir als Zwischenstand zur Kenntnis“, sagte Kandidatin Anna Emmendörffer. „Wir Bündnisgrüne sind ungefähr doppelt so stark wie vor der letzten Bundestagswahl. Aber natürlich wollen wir noch zulegen.“ Sie sagte mit Blick auf die Bundestagswahl: „Es ist ein Dreikampf und alles ist drin.“

Die AfD zeigte sich gelassen. Bis zur Bundestagswahl würden die Werte noch ein paar Mal hoch- und heruntergehen, sagte die stellvertretende AfD-Landeschefin Birgit Bessin. „Fest steht nur eines: Unsere AfD ist weiterhin und unbestritten die zweitstärkste Kraft im Land.“ Sie sei sehr zuversichtlich, dass die AfD nach der Wahl am 26. September erneut eine starke Fraktion in den Bundestag schicken werde.

Laut dem am Mittwoch veröffentlichten „Brandenburg-Trend“ von Infratest dimap für das rbb-Magazin „Brandenburg aktuell“ und von Antenne Brandenburg würde die SPD mit 29 Prozent stärkste Kraft werden, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Dahinter kämen AfD (18 Prozent), CDU (15 Prozent), Linke (11 Prozent), FDP und Grüne mit je 9 Prozent und die Freien Wähler mit 4 Prozent. Vor vier Jahren lag die CDU vorn vor AfD und SPD.

Bei der Sonntagsfrage zur Landtagswahl legte die SPD im Vergleich zum Mai elf Prozentpunkte auf 34 Prozent zu, die AfD folgt mit 17 Prozent auf dem zweiten Platz und verliert einen Punkt. Die CDU büßt drei Punkte ein und kommt auf 13 Prozent, die Grünen halbieren ihren Wert auf 8 Prozent. Dahinter kommen die Linke mit 9 Prozent sowie BVB/Freie Wähler und FDP gleichauf mit je 7 Prozent.

Grundsätzlich spiegeln Wahlumfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Sie sind außerdem immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.