Arbeit

DGB-Funktionär Schlüter erneuert Forderung nach Mindestlohn

Von dpa 03.09.2021, 13:16 • Aktualisiert: 05.09.2021, 07:25

Schwerin - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht sich durch eine neue Studie in seiner Forderung nach einem höheren gesetzlichen Mindestlohns bestätigt. Die stufenweise Anhebung von derzeit 9,60 auf 12 Euro bis Ende 2022 sorge für einen Rückgang sogenannter Minijobs und mehr Beschäftigung in Teil- und Vollzeit, erklärte DGB-Nord-Vize Ingo Schlüter am Freitag in Schwerin.

Er bezog sich dabei auf Berechnungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung. Demnach würde die Wirtschaftsleistung durch einen höheren Mindestlohn um 50 Milliarden Euro jährlich steigen.

Schlüter erneuerte die Forderung an die Politik in Mecklenburg-Vorpommern, die Vergabe öffentlicher Aufträge an einen Mindestlohn von 12 Euro je Stunde zu binden und die Wirtschaftsförderung noch stärker an die Gewährung von Tariflöhnen zu koppeln. Das war in der Schweriner SPD/CDU-Koalition bislang am Widerstand der Union gescheitert. „Mecklenburg-Vorpommern wird nur mit attraktiven Tariflöhnen und Arbeitsbedingungen im Standortwettbewerb bestehen können“, sagte Schlüter.

„Löhne unter 12 Euro machen trotz Arbeit arm und produzieren Altersarmut. Die Beschäftigten haben kein Verständnis dafür, dass eine kräftige Mindestlohnerhöhung immer wieder auf die lange Bank geschoben wird“, betonte Schlüter. Im Wahlkampf haben sich SPD und Grüne für die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro ausgesprochen, die Linke plädiert für 13 Euro je Stunde.