Corona

Elternvertreter: Luftfiltergeräte vor allem für Grundschulen

Am Montag geht die Schule wieder los. In vielen Berliner Klassenzimmern stehen dann Luftfiltergeräte. Wie viele noch gebraucht werden, ist umstritten.

Von dpa
ARCHIV - Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
ARCHIV - Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild dpa

Berlin - Berlins Elternvertreter schlagen vor, weitere Luftfiltergeräte vor allem für Grundschulen zu reservieren. Die Schulen haben der Bildungsverwaltung zufolge rund 8000 davon bekommen. Er gehe davon aus, dass sie mittlerweile auch tatsächlich angekommen seien, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise, der Deutschen Presse-Agentur. In einigen Bezirken meldeten Schulen schon keinen Bedarf an weiteren Luftfiltergeräten mehr. „Wir würden die Empfehlung aussprechen, sie in die Grundschulen zu geben“, sagte Heise. Die Grundschulkinder seien alle ungeimpft, dort würden sie am meisten gebraucht. Am Montag füllen sich die Klassenräume wieder - dann sind die Ferien zu Ende.

Nach Angaben der Bildungsverwaltung sind 3000 zusätzliche Geräte mit sogenannten Hepa-Filtern („High Efficient Particulate Air“) bestellt, die Viruspartikel aus der hindurchströmenden Luft sammeln und so das Infektionsrisiko verringern sollen. Laut Bildungsverwaltung sind sie vor allem als Ergänzung zum Lüften gedacht. Heise wies darauf hin, dass es genügend Klassenzimmer gebe, die nicht vernünftig belüftet werden könnten, weil Fenster nur zu kippen oder in einem so schlechten Zustand seien, dass man sie beim Öffnen gleich in der Hand habe.

In Berlin hat es etwa aus dem Kreis der Oppositionsparteien aber auch die Forderung gegeben, jedes Klassenzimmer mit Luftfiltergeräten auszustatten. Der Elternvertreter warnte allerdings vor zu hohen Erwartungen: „Wir wissen von Aerosolforschern, dass der Luftaustausch durch Lüften wesentlich schneller geht.“ Zu berücksichtigen sei auch, dass Luftfiltergeräte Geräusche produzierten und gewartet werden müssten.

Wenn die Geräte auf deutlich verringerte Leistung eingestellt würden, um den Lärm zu verringern, sei eben auch der Nutzen für den Infektionsschutz eingeschränkt. Ob es technisch überhaupt möglich wäre, Luftfiltergeräte in jedem Klassenzimmer anzuschließen, sei außerdem noch die Frage.

„Zumindest haben wir von den Bezirken die Rückmeldung bekommen, dass die Stromnetze dann einfach überlastet sind in den Altbauschulen und älteren Schulen“, sagte Heise. „Und dass man dann nur noch von Sicherheitskasten zu Sicherheitskasten rennt, um die Sicherungen wieder reinzudrücken, weil die Stromnetze das gar nicht mitmachen, wenn alle gleichzeitig laufen.“