IHK kritisiert neue Corona-Verordnung als Rückschlag

Von dpa

Kiel - Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein hat die neue Corona-Verordnung als Rückschlag kritisiert. „Wir fallen weit hinter das zurück, was wir mit dem Stufenplan des Landes formuliert hatten“, teilte die Präsidentin Friederike C. Kühn am Mittwoch mit. Die neuen Beschränkungen brächten weitreichende Folgen für die Innengastronomie, die Veranstaltungsbranche, das Beherbergungsgewerbe, für körpernahe Dienstleistungen und Fitnessstudios.

Für die betroffenen Gewerbetreibenden bedeute die Umsetzung der 3G-Regelung (geimpft, getestet oder genesen) auch auf absehbare Zeit einen Mehraufwand. „In Verbindung mit geltenden Hygiene- und Mindestabstandsregelungen können diese Betriebe kaum wirtschaftlich arbeiten“, sagte Kühn. Mit der neuen Verordnung habe die Landesregierung verschärfte Corona-Regelungen bis zum 19. September festgeschrieben. Anders als im Stufenkonzept des Landes entfalle jedoch die Flexibilität, bei Über- oder Unterschreitung der kritischen Werte, Einschränkungen und Lockerungen den jeweiligen Situationen anzupassen.

Aus Kühns Sicht lohnt sich der Blick nach Dänemark: Dort seien Impfquoten und Infektionsgeschehen vergleichbar. Aber ungeachtet weitreichender Öffnungs- und Lockerungsmaßnahmen komme es zu keinem deutlichen Anstieg der Zahl der Erkrankten, die in Kliniken und Intensivstationen behandelt werden müssen.

Das Gesundheitssystem in Schleswig-Holstein sei nicht überlastet. „Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, aus dem plötzlich wieder Beschränkungen zum Tragen kommen, die die Wirtschaft gefährden und die bisher gewonnene Freiheit einschränken“, sagte Kühn.