Job vor Familie: Viele Väter in MV verzichten auf Elternzeit

Von dpa
Stefanie Drese (SPD), die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, im Landtag.
Stefanie Drese (SPD), die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, im Landtag. Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB

Schwerin - Bei der Betreuung des eigenen Nachwuchses haben Männer in Mecklenburg-Vorpommern nach Einschätzung von Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) noch einigen Nachholbedarf. Im Jahr 2020 hätten im Land 23,2 Prozent der berufstätigen Väter Elterngeld erhalten. „Auch wenn die Zahl langsam steigt, sind wir noch lange nicht bei einer partnerschaftlichen Teilung der Erwerbs- und Sorgearbeit. Wir müssen weiter daran arbeiten, dass Väter mehr und längere Elternzeit nehmen“, sagte Drese am Donnerstag zum Auftakt einer zweitägigen Online-Veranstaltung unter dem Motto „Gemeinsam - wie sonst?!“.

Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes nutzten im Vorjahr bundesweit 24,8 Prozent der Väter die staatlich finanzierte Elternzeit. An der Spitze lag Sachsen mit einem Anteil von 30 Prozent.

Im Rahmen der Online-Transfertage wurde auch eine vom Landeszentrum für Gleichstellung und Vereinbarkeit erstellte Studie zur geschlechterspezifischen Nutzung der Elternzeit vorgestellt. Daraus geht hervor, dass Männer im Nordosten sich hauptsächlich aus „betrieblichen Gründen“ gegen die Inanspruchnahme der Elternzeit entscheiden. 93,5 Prozent nannten dies als Hauptargument. Die Bereitschaft zu gemeinsamen Elternzeitmonaten von Mutter und Vater ist laut Studie in größeren Städten höher als auf dem Lande.

Nach Ansicht Dreses müssen bezahlte Arbeit und unbezahlte Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern ausgewogener aufgeteilt werden. „Mit unserem sehr guten Kita-Angebot ist eine wesentliche Voraussetzung erfüllt, dass mehr Väter Elternzeit nehmen. Dabei ist uns immer wichtig, dass Vereinbarkeit kein Frauenthema ist, sondern Frauen und Männer, Unternehmen und Sozialpartner gemeinsam an Lösungen arbeiten müssen“, betonte die Ministerin.