Kein leichtes Jahr für Winzer - neue Rebflächen in Thüringen

Die tiefen Temperaturen im Februar haben den Weinstöcken zugesetzt. Noch ist offen, wie sehr die Ernte dadurch beeinflusst wird.

Von dpa
Ein Eimer mit frisch abgeschnittenen Trauben steht in einem Weinberg.
Ein Eimer mit frisch abgeschnittenen Trauben steht in einem Weinberg. Peter Zschunke/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Freyburg/Bad Sulza - Für die Winzer an Saale und Unstrut wird 2021 wohl eher ein Jahr mit weniger Wein im Keller. „Der kürzliche Dauerregen ist für die Reben gerade noch verkraftbar, mehr hätte es nicht sein dürfen“, sagte der Präsident des Weinbauverbandes, Hans Albrecht Zieger, am Dienstag in Gleina (Burgenlandkreis) in Sachsen-Anhalt. Voraussichtlich um den 15. September werde mit der Haupternte begonnen. Bis dahin hoffen die Winzer noch auf reichlich Sonne.

Der Weinbauverband Saale-Unstrut (Freyburg) geht nach bisherigen Angaben von einem eher unterdurchschnittlichen Ertrag im Anbaugebiet für 2021 aus, zwischen 3,0 und 3,5 Millionen Liter. Auch 2020 waren es nur etwa 3,0 Millionen Liter. Der langjährige Durchschnitt bei der Erntemenge an Wein liege bei etwa 4,5 bis 5 Millionen Liter.

Thüringens Winzer leiden nach Angaben des Weinbauvereins Bad Sulza unter den Folgen des starken Frosts im Februar mit Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius. Ein gewisser Teil der Rebstöcke müsse ersetzt werden. Das gelte für die professionellen Winzer, aber auch viele Hobbywinzer, sagte eine Sprecherin des Weinbauvereins auf Anfrage. Viel hänge nun von den Temperaturen und der Sonnenscheindauer in den nächsten Wochen ab. Der feuchte Sommer habe immerhin den Wasserhaushalt der Böden verbessert.

Nach Angaben des Vereins wird im Thüringer Teil eines der nördlichsten Weinanbaugebiete Deutschlands auf rund 118 Hektar Wein angebaut - 70 Prozent davon würden für Weißwein genutzt. Die Region an Saale und Unstrut mit ihren Muschelkalk- und Buntsandsteinböden habe eine lange Tradition im Weinbau mit der ersten schriftlichen Erwähnung im Jahr 1195. Neben Bad Sulza wird Thüringer Wein unter anderem bei Jena, bei den Dornburger Schlössern und bei Weimar angebaut.

Die Qualität der Trauben sei in diesem Jahr gut, sagte Zieger. „Insgesamt gesehen sind wir unter den schwierigen Bedingungen dieses Jahres mit der aktuellen Lage zufrieden.“ Es sehe insbesondere für Sorten, die typisch für die Region sind, wie etwa die Weißweine Müller-Thurgau und Silvaner, gut aus. „Für Burgunderweine und Zweigelt wird es wohl ein knappes Jahr“, sagte Zieger mit Blick auf die zu erwartenden Erntemengen je Rebsorte.

Insgesamt umfasst das Weinbaugebiet an Saale und Unstrut in Thüringen und Sachsen-Anhalt eine Fläche von etwa 800 Hektar. Die Region mit den terrassenförmigen Weinbergen, gilt als eines der kleinsten Anbaugebiete in Deutschland. Bundesweit werden nach Angaben des Deutschen Weininstituts auf rund 103.000 Hektar mehr als 100 Rebsorten angebaut.