Meldestelle: 141 antisemitische Straftaten: Leichter Anstieg

Von dpa
Ein Blaulicht der Polizei leuchtet auf.
Ein Blaulicht der Polizei leuchtet auf. Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Potsdam - Im vergangenen Jahr hat die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Brandenburg (RIAS Brandenburg) 141 antisemitische Vorfälle registriert. Das sei ein leichter Anstieg um vier im Vergleich zu 2019, teilte RIAS am Donnerstag mit. Darunter waren sechs Fälle körperlicher Gewalt, 18 Bedrohungen und 13 Sachbeschädigungen an jüdischen Einrichtungen. Die Zahl der Vorfälle verletzenden Verhaltens stieg auf 102 - gegenüber 82 Fällen 2019.

Sorge bereite die Verbreitung antisemitischer Verschwörungsmythen im Zusammenhang mit der Corona-Krise, sagte Peter Schüler, Leiter der Fachstelle Antisemitismus. 19 antisemitische Vorfälle wiesen 2020 einen Bezug zur Corona-Krise auf, 13 davon im Rahmen von Versammlungen. Beobachtet werde eine Zunahme von antisemitischen Stereotypen und Symbolen sowie Vergleichen und Verharmlosungen des Nationalsozialismus als Reaktionen auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, sagte Dorina Feldmann, Mitarbeiterin von RIAS Brandenburg und der Fachstelle Antisemitismus.

Mehrere Vorfälle bezogen sich im Januar auf den 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Dem modernen Antisemitismus werden knapp 18 Prozent zugerechnet. Auch beim israelbezogenen Antisemitismus gab es nach den Angaben einen starken Anstieg mit elf Vorfällen gegenüber einem Vorfall 2019. Knapp ein Drittel hat nach dem Bericht einen rechtsextremen beziehungsweise rechtspopulistischen Hintergrund.

RIAS Brandenburg ist ein Projekt der Fachstelle Antisemitismus Brandenburg, die beim Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien angesiedelt ist.