Niedersachsen sucht noch Wahlhelfer für Kommunalwahlen

Für die eine Wahl im September gibt es genügend Wahlhelfer in Niedersachsen, für eine andere mancherorts eher zu wenig. Das hat Gründe.

Von dpa
Wahlhelfer sortieren Wahlbriefe.
Wahlhelfer sortieren Wahlbriefe. Rolf Vennenbernd/dpa

Hannover - Während es für die Bundestagswahl genügend freiwillige Wahlhelfer in Niedersachsen gibt, sieht es für die Kommunalwahlen mancherorts eher durchwachsen aus. Viele Städte sind noch auf der Suche nach Helfern, wie eine dpa-Umfrage ergab. Eine Rolle spielt dabei, dass zu Beginn des Jahres Wahlhelfer priorisierend geimpft werden durften. Am 12. September sind Kommunalwahlen, am 26. September ist die Bundestagswahl.

BRAUNSCHWEIG - Dort gibt es nach Angaben der Stadt genügend Wahlhelfer. „Wir haben Aktionen zur Wahlhelfer-Gewinnung durchgeführt, mit gutem Erfolg“, sagte ein Sprecher der Stadt. Die Priorisierung von Helfern in der Corona-Pandemie sei zum Teil parallel gelaufen, so dass die Gründe für die Registrierungen nicht eindeutig zu bestimmen seien. „Wir haben viele Bürgerinnen und Bürger direkt angesprochen. Das Thema Impfpriorisierung dürfte die Meldungen zumindest beflügelt haben.“

WOLFSBURG - Die Stadt kann sich laut einer Sprecherin nicht über zu wenige Wahlhelfer beklagen. Der Aufruf an die Bevölkerung für beide Wahlsonntage sei im März erfolgt, die Berufung im Juni. Zur Kommunal- und zur Bundestagswahl werden dort rund 1200 Menschen im Einsatz sein. Am 26. September sollen 824 Wahlhelfer in den Wahllokalen und 288 in den Briefwahllokalen eingesetzt werden.

LÜNEBURG - Für die Bundestagswahl hat die Stadt einer Sprecherin zufolge genügend Wahlhelfer, für die Kommunalwahlen benötige sie allerdings noch flexible Freiwillige. „Viele Personen, zumeist junge Menschen, wussten nicht, dass im September ebenso die Kommunalwahlen stattfinden. Die Bundestagswahlen sind durch die Medien deutlich präsenter vertreten.“

HANNOVER - Die Berufung von Wahlhelfern ist nach Darstellung der Landeshauptstadt ein Prozess, der üblicherweise bis zu den Wahlen läuft. Auch hier stünden viele Wahlhelfer bereit, aber „da sie immer wohnortnah eingesetzt werden, gibt es für einige Wahlbezirke noch Bedarf“, sagte ein Sprecher. Man freue sich weiterhin auch über freiwillige Meldungen. Es hätten sich im Frühjahr während der Impfpriorisierung in Hannover vermehrt Personen von sich aus als Wahlhelfer gemeldet - „gefühlt mehr als bei anderen Wahlen“. Über die Gründe könne man allerdings nur spekulieren.

OSNABRÜCK - Von den maximal benötigten knapp 1200 Wahlhelferinnen und Wahlhelfern haben nach Angaben der Stadt rund 93 Prozent einem Wahl-Ehrenamt zugesagt. Je Wahltag fehlten noch knapp 90 Helfer. „Wir sind auf einem guten Weg. Die Wahlvorstände sind somit arbeitsfähig“, sagte ein Sprecher. Es werde aber versucht, die fehlenden Zusagen bis zu den Wahlsonntagen zusammenzubekommen. Nachdem bekannt geworden sei, dass Wahlhelfer priorisiert geimpft werden, habe die Stadt kurzfristig rund zwei Dutzend Bewerbungen von jüngeren Personen erhalten. Besonders viele Personen seien es jedoch insgesamt nicht gewesen.

OLDENBURG - Die Stadt an der Hunte hat nach eigenen Angaben aktuell ausreichend Wahlhelfer für beide Wahlen beisammen. Freiwillige könnten sich aber gern weiter für die 91 Urnenwahllokale und 42 Briefwahllokale melden, hieß es. Auch in Oldenburg sei eine stärkere Nachfrage aufgrund der bevorzugten Impfung von Wahlhelfern durchaus festzustellen gewesen.

„Freiwillige haben sich dieses Jahr bereits sehr früh über unser Onlineportal gemeldet“, berichtete eine Sprecherin der Stadt. Nur berufene Wahlhelferinnen und Wahlhelfer hätten jedoch die Priorisierung erhalten. Die Berufung sei erst im Mai erfolgt, so dass die Hintergründe der freiwilligen Meldung nicht beurteilt werden könnten.