Schleswig-Holstein nimmt Hamburg mehr Hafenschlick ab

Von dpa 04.06.2021, 14:24
Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht spricht während eines Interviews.
Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht spricht während eines Interviews. Frank Molter/dpa/archivbild

Kiel - Schleswig-Holstein will Hamburg mehr Hafenschlick abnehmen. In diesem Jahr könnten insgesamt zwei Millionen Tonnen ausgebaggerte Trockensubstanz Sediment aus dem Hafen an die Tonne E3 südlich von Helgoland gebracht werden, sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) am Freitag in Kiel. Ursprünglich waren für 2021 nur 1,5 Millionen Tonnen vorgesehen. Es sollen 500.000 Tonnen von 2022 vorgezogen werden. Für nächstes Jahr stellte Albrecht eine Anschlusslösung in Aussicht. „Wir übernehmen Verantwortung für diese Herausforderung.“ In Hamburg wurde die Entscheidung mit großer Erleichterung aufgenommen.

„Es ist gut, dass das Umweltministerium in Schleswig-Holstein gegenüber Hamburg erneut wichtige und entscheidende Hilfe bei der Lösung der drängenden Sedimentprobleme des Hafens und der Elbe leistet“, sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). So werde es auch möglich, auf eine Schlickverklappung vor der Vogelschutz-Insel Scharhörn zu verzichten. „Das war mir ein besonderes Anliegen, und es ist eine gute Nachricht für Neuwerk und den Nationalpark Wattenmeer sowie für die gute Nachbarschaft Hamburgs mit Niedersachsen und Schleswig-Holstein und die Kooperation mit dem Bund.“

Der Fraktionschef der Grünen in der Bürgerschaft, Dominik Lorenzen, sprach vom Anfang vom Ausstieg aus der Kreislaufbaggerei in der Tideelbe. Bislang wird ein Teil des Schlicks gleich hinter der Hamburger Landesgrenze bei Neßsand in die Elbe gekippt und ist dann wenige Wochen später wieder im Hafen. Für das Freihalten der Fahrrinne und des Hafens gibt Hamburg derzeit jährlich rund 150 Millionen Euro aus. Erst kürzlich war die siebte Elbvertiefung abgeschlossen worden, mit der die Erreichbarkeit des Hafens auch für Großcontainerschiffe sichergestellt werden soll.