SPD: Kostenfreier öffentlicher Nahverkehr falscher Weg

Von dpa 01.07.2021, 15:37
Jochen Schulte (SPD) schaut in die Runde.
Jochen Schulte (SPD) schaut in die Runde. Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Schwerin - Die SPD hält Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr Mecklenburg-Vorpommerns für erforderlich, lehnt eine vollständige Kostenbefreiung der Nutzer aber ab. Vor allem im ländlichen Raum sei das Angebot unzureichend. „Wenn Dörfer nur zweimal täglich über den Schulbus angebunden sind und somit in den Ferien gar nicht, dann nutzen die Menschen notgedrungen das Auto“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Jochen Schulte, am Donnerstag in Schwerin.

Ziel sei es, gemeinsam mit den Landkreisen und Verkehrsunternehmen ergänzende Rufbussysteme aufzubauen. Wenn damit praktisch im Stundentakt die Anbindung an die regulären Buslinien gewährleistet werde, sei der öffentliche Nahverkehr deutlich attraktiver und der Bus eine Alternative zum privaten Auto. In einigen Landkreisen funktioniere das schon.

Forderungen nach grundsätzlicher Kostenfreiheit seien indes eine Mogelpackung, denn kein Bus und keine Bahn fahre umsonst. „Bezahlt wird eine solche Kostenfreiheit vielmehr durch diejenigen, die dann immer noch kein öffentliches Nahverkehrsangebot erhalten“, begründete Schulte seine Haltung. „Wir benötigen ein attraktives Angebot mit fairen und gerechten Preisen für Busse und Bahnen.“

Vor allem die Linke hatte im Landtag immer wieder Defizite im Nahverkehr beklagt und die SPD/CDU-Regierung aufgefordert, dafür mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Nach Auffassung der Oppositionspartei würde ein kostenfreier öffentlicher Nahverkehr die Nutzung drastisch erhöhen, die Straßen und die Umwelt entlasten und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.