Studie: 44.000 neue Pflegekräfte bis 2030 benötigt

Von dpa
Ein Schild weist auf ein Altenheim hin.
Ein Schild weist auf ein Altenheim hin. Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Potsdam - Angesichts einer alternden Gesellschaft werden in Brandenburg nach einer Studie im Auftrag des Sozialministeriums bis zum Jahr 2030 rund 44.000 neue Pflegekräfte gebraucht. Denn der Anteil der Senioren über 65 Jahren werde in dieser Zeit von aktuell einem Viertel auf ein Drittel der Bevölkerung steigen, konkret um
130.000 auf mehr als 760.000 Menschen, heißt es in der am Montag vorgestellten Studie. Dabei werde die Zahl der Pflegebedürftigen von derzeit 154.000 deutlich zunehmen. Eine genaue Prognose lag allerdings nicht vor.

„Die Aufgabe besteht darin, eine wachsende Zahl von Pflegebedürftigen mit immer weniger jungen Menschen als Nachwuchskräfte in der Pflege zu versorgen“, sagte Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Daher habe das Land bereits einige Modellprojekte und den Pakt für Pflege angestoßen. „Wir versuchen, durch viele kleinteilige Maßnahmen in den Kommunen zu erreichen, dass die Menschen so lange wie möglich zu Hause auch von Angehörigen gepflegt werden können“, sagte die Ministerin. „Brandenburg kann ein Modellland werden für das Zusammenleben in einer älter werdenden Gesellschaft.“

Um dies zu erreichen, gehörten neben der ambulanten Pflege auch der Ausbau von Möglichkeiten für soziale Kontakte der Senioren und nachbarschaftliche Hilfe, sagte Nonnemacher. „Es bedarf der Unterstützung gesamten Gemeinde, um die Pflegebedürftigen zu Hause zu versorgen“, meinte die Ministerin. Mit 82 Prozent ist die Quote der Bedürftigen in häuslicher Pflege in Brandenburg höher als im Bundesdurchschnitt.