Aufgespießt

Die Erfindung der Arschgeige

Würzburger Instrumentenbauer überzieht Kontrabässe mit Nacktbildern.

25.02.2016, 23:01

Würzburg (dpa/vs) l Eigentlich ist „Arschgeige“ ein unschönes und abstraktes Wort. Doch bald soll die Arschgeige nicht nur greifbar, sondern auch bespielbar und hörbar sein – zumindest wenn es nach den Plänen des Würzburgers Manfred Gernert geht. Der 52-Jährige drängt mit neuen Instrumenten-Formen auf den Musikmarkt: Kunststoff statt Holz, Elektronik statt Klassik – und Hautoptik statt Holzmaserung.

Jeder kennt die schwingende Handbewegung, mit der weibliche Formen dargestellt werden. „Beim Kontrabass ist es genauso – und schon war die Idee geboren“, beschreibt Gernert den Werdegang des Projekts. Er baut die Instrumente, ein Airbrush-Künstler verpasst ihnen das Nackt-Design.

„Die Kunden können mir Fotos von den Rückenansichten ihrer Frauen oder Freundinnen einreichen, die Instrumente werden dann individuell gestaltet“, sagt Gernert. Derzeit sind nur bemalte Kontrabässe, für die es einen Designschutz beim Patentamt gibt, im Angebot. Aber schon bald sollen auch Cellos folgen und eben die Arschgeigen.

Billig sind die bemalten Instrumente nicht. Ein elek­trischer Kontrabass mit einem „normalen“ Rücken kommt locker auf einen Preis von knapp 3500 Euro. Normale, akustische Kontrabässe kosten sonst zwischen 500 und 1500 Euro.

Musiker sind nur zum Teil entzückt. „Das wäre für mich eher was für den privaten Gebrauch im Schlafzimmer“, meint der Berliner Kontrabassist Robert Teigeler. Besucher klassicher Konzerte dürften da ganz anderer Ansicht sein, wenn die Neunte auch zum optischen Genuss wird.