Robert Habeck

Habeck: Wechsel der Grünen-Kanzlerkandidatur „keine Debatte“

Grünen-Co-Chef Robert Habeck hat versichert, dass ein Wechsel der Kanzlerkandidatur von Annalena Baerbock zu ihm kein Thema sei. Habeck sagte auch: „Die letzten Wochen waren kein Glanzstück.“

Von dpa 10.07.2021, 02:33
Robert Habeck, der Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, sieht trotz der Vorwürfe gegen Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock keine Notwendigkeit für einen „Neustart“.
Robert Habeck, der Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, sieht trotz der Vorwürfe gegen Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock keine Notwendigkeit für einen „Neustart“. Jörg Carstensen/dpa

Berlin - Grünen-Co-Chef Robert Habeck hat versichert, dass ein Wechsel der Kanzlerkandidatur von Annalena Baerbock zu ihm kein Thema sei. „Das ist Kokolores“, sagte Habeck der „Süddeutschen Zeitung“.

Die Partei habe seine Mitvorsitzende gerade erst mit nahezu 100 Prozent zur Kandidatin gewählt. „Jetzt geht es darum, aus diesem Vertrauensvorschuss, den sie von der Partei bekommen hat, das Beste zu machen“. Auf die Frage, ob über einen Wechsel nachgedacht worden sei, sagte Habeck: „Nein. Das ist keine Debatte.“

Die Zeitung brachte am Freitagabend auf ihrer Internet-Seite bereits einen Bericht mit Zitaten aus dem Interview. Baerbock steht in der Kritik, weil sich in ihrem Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ auffallende sprachliche Ähnlichkeiten zu anderen Veröffentlichungen finden. Zuvor war bekannt geworden, dass sie Sonderzahlungen der Partei verspätet an den Bundestag gemeldet hatte. Zudem musste sie Angaben im Lebenslauf korrigieren.

„Wir brauchen keinen Neustart.“

Habeck sagte: „Die letzten Wochen waren kein Glanzstück.“ Es seien handwerkliche Fehler gemacht worden. „Hätten wir gewusst, dass an den Stellen solider hätte gearbeitet werden müssen, wäre da solider gearbeitet worden.“ Bis zur Bundestagswahl am 26. September könne man aber noch klar machen, „dass Vertrauen in die richtige Politik die Abstimmung bestimmen sollte“. Er sehe noch große Chancen, „dieses kostbare Gut Vertrauen zu erwerben“. Er versicherte: „Wir brauchen keinen Neustart.“

Baerbock war im April vom Bundesvorstand der Grünen als Kanzlerkandidatin vorgeschlagen und im Juni vom Parteitag bestätigt worden. Habeck hatte ebenfalls Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur, steckte aber zurück.