Karlsruhe l Sägemehl ist das Zeug, in dem sich Jahrmarkts-Ringkämpfer wälzen oder das in die Zirkusmanege gestreut wird. Offenbar aber auch der Stoff, aus dem, naja, leckere Plätzchen hergestellt werden. Kein Schmu. 20 Jahre verkaufte ein Versandhändler aus Karlsruhe allen Ernstes – Sägemehlkekse. Bis schließlich die Gewerbeaufsicht naschte und feststellte: Zum Verzehr durch Menschen objektiv ungeeignetes Lebensmittel.

Der von seinem Produkt überzeugte Händler (pflanzliches Produkt, putzt so richtig schön den Darm durch) zog vor das Verwaltungsgericht. Das befand jetzt: Nix zu essen, das vom Kläger verwendete Sägemehl sei ein Stoff für techniche Anwendungen und werde nicht einmal in Tierfutter benutzt (Az. 3 K 2148/19).

Die einen werden jetzt geschockt ihren Sägemehlkeks-Vorrat ins Kaminfeuer werfen, andere vielleicht ebenso geschockt ihren Sägemehlkeks-Nachschub künftig selber sägen. Klar ist allerspätestens jetzt: Richtige Weihnachtsplätzchen bestehen nienieniemals aus Holz.