Canberra l Australier haben einen makaberen Sinn für Humor. Und sie freuen sich sehr, ihren Regierungschef Tony Abbott endlich los zu sein. Der war nicht nur dafür bekannt, auf einem Pressetermin einmal eine ganze Zwiebel samt Schale verspeist zu haben, sondern zog auch gerne Nazi-Vergleiche oder sagte sehr unverblümt Dinge über Frauen am Herd.

Am Montag riefen Australier auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schon vor dem Sturz Abbotts durch seine eigene Fraktion dazu auf, Zwiebeln vor die Haustür zu legen. Ähnliche Aufrufe gab es auf dem Kontinent schon mal – im vergangenen Jahr stellten Australier für Cricketspieler Phillip Hughes Cricketschläger raus, für die junge Lehrerin Stephanie Scott, die heiraten wollte, hängten sie Brautkleider an die Haustüren. Der Unterschied: Hughes war tödlich verunglückt, Scott sogar ermordet worden.

Jetzt wird dem zwiebel­essenden Ex-Premier die gleiche letzte Ehre zuteil. Ganz im Stil des grausamen Witzes schrieben die Twitter-Benutzer zu ihren Zwiebelfotos Dinge wie: „Wir werden dich nie vergessen“, „Danke für deinen Einsatz“ oder „Du hast mich zum Weinen gebracht“. Nur zwölf Stunden, nachdem Abbott aus dem Amt gekippt wurde, war sein Nachfolger Malcolm Turnbull schon eingeschworen. Es scheint, die Australier wollen sichergehen, dass Abbotts Ausscheiden aus dem Amt wirklich endgültig ist.