Kairo/Peine (dpa) l Ein halbes Jahr nach der Messerattacke, bei der zwei deutsche Frauen und eine Tschechin in Hurghada getötet wurden, haben die ägyptischen Ermittlungsbehörden noch immer keine Einzelheiten veröffentlicht. Weder über den verhafteten mutmaßlichen Täter noch über andere Ergebnisse der Untersuchung wurde bisher etwas bekannt. Auch aus Diplomatenkreisen verlautete, dass auf zwischenstaatlicher Ebene Informationen nur unzureichend weitergegeben werden.

Am 14. Juli hatte ein 28-Jähriger die beiden 56 und 65 Jahre alten Urlauberinnen aus dem Kreis Peine in Niedersachsen an einem Hotelstrand mit mehreren Messerstichen getötet, bevor er überwältigt wurde. Bei der Tat wurden vier weitere Ausländer verletzt. Eine 36-jährige Tschechin starb wenige Tage später an ihren schweren Stichverletzungen.

Um an Informationen zu kommen, hat die Staatsanwaltschaft Hildesheim, in deren Zuständigkeitsbereich die beiden deutschen Opfer wohnten, mittlerweile ein Rechtshilfeverfahren eingeleitet. "Der Stand des Verfahrens in Ägypten ist hier unbekannt", sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Bisher habe man lediglich Randinformationen über das Bundeskriminalamt erhalten. Deshalb soll nun auf diplomatischem Weg eine Anfrage an das ägyptische Justizministerium gestellt werden. Mit einer Antwort sei erst in mehreren Monaten zu rechnen.

Bereits sechs Wochen nach der Tat hatte die tschechische Botschafterin in Kairo, Veronika Kuchynova-Smigolova, die langsamen Ermittlungen kritisiert. "Sie reden nicht von Terrorismus, weil das Wort Touristen abschrecken könnte", sagte sie damals. Dabei handele es sich aus tschechischer Sicht eindeutig um einen Terrorangriff. Ermittlungsquellen hatten kurz nach dem Angriff noch berichtetet, der Täter habe mit der Terrormiliz IS in Kontakt gestanden.