Magdeburg/Berlin/Paris (vs/dpa) l Dies geht aus einer Statistik von „Our World in Data“ mit dem Stichtag 10. Januar 2021 hervor, die gestern auf „Focus online“ publiziert wurde. In der Statistik, die auf Daten der Johns Hopkins Universität beruht, wird die Zahl der aktuellen Corona-Todesfälle im Verhältnis zu einer Million Einwohner gesetzt. Lange Zeit waren in Deutschland im europa- und weltweiten Vergleich eher wenige Patienten gestorben.

Die Zahl der ans Robert- Koch-Institut (RKI) gemeldeten Impfungen gegen Covid-19 in Deutschland ist weiter gestiegen. Seit Beginn der Impfkampagne Ende Dezember haben 613 347 Menschen eine Dosis gespritzt bekommen. Diese Gesamtzahl ergibt sich aus bisherigen Meldungen der Bundesländer, wie aus einer RKI-Statistik vom Montag hervorgeht. Pro 1000 Einwohner sind bundesweit demnach bisher 7,4 Menschen gegen die Krankheit geimpft worden.

Angesichts neuer Varianten des Coronavirus sollen Untersuchungen zur Bestimmung des genauen Typs bundesweit verstärkt werden. Labore sollen Ergebnisse sogenannter Sequenzierungen künftig an das RKI übermitteln müssen, wie ein Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums vorsieht.

Für Europa ist derzeit vor allem die zunächst in Großbritannien nachgewiesene Variante B.1.1.7 relevant. Sie könnte die Pandemie nach Expertenansicht verschärfen, weil sie nach derzeitigem Kenntnisstand wohl leichter von Mensch zu Mensch übertragen wird.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) forderte unterdessen ein Ende der strikten Corona-Maßnahmen. „Es reicht jetzt“, sagte er in der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen“. Anfang Februar müsse kontrolliert wieder geöffnet werden. Nach den Worten Palmers steigen die Schäden an der Wirtschaft und Gesellschaft exponentiell. „Der Innenstadthandel ist schon auf der Intensivstation, der fällt bald ins Koma. Die Insolvenzen werden anrollen. Ich meine, wir halten das nicht durch“, so der Grünen-Politiker. Es sei der falsche Weg, die Zahl der Neuinfektionen zuerst auf unter 50 pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen zu drücken. Unter diesen Umständen werde der Lockdown noch mehrere Monate dauern.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vor dem Risiko neuer Pandemien angesichts eines Verlusts der Artenvielfalt gewarnt. „Wir haben schon oft über die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der biologischen Vielfalt und Covid gesprochen“, so von der Leyen beim Klimagipfel „One Planet Summit“ am Montag. „Und wenn wir nicht dringend handeln, um unsere Natur zu schützen, stehen wir vielleicht schon am Anfang einer Ära von Pandemien“, sagte die 62-Jährige in ihrer Videobotschaft.