Noch steht das Urteil im NSU-Prozess von München aus, doch mit ziemlicher Sicherheit dürfte Beate Zschäpe die Sonne nie mehr in Freiheit sehen. Die Staatsanwaltschaft hat eine lebenslange Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung beantragt. Eines der wichtigsten Strafverfahren mit politischem Hintergrund nach der Wiedervereinigung geht seinem Ende entgegen. Endlich.

Die Hauptangeklagte selbst hat durch ihr Schweigen einen gehörigen Anteil daran, dass sich das Verfahren immer weiter – auf inzwischen mehr als vier Jahre – hinzog. Als Zschäpe ihre Pflichtverteidiger nicht mehr passten, dauerte allein der Streit darum ein Jahr. Trotz der Ungeduld von Opfern und Öffentlichkeit tat das Gericht gut daran, nicht aufs Tempo zu drücken. Die Staatsanwaltschaft konnte letztlich überzeugend darlegen, dass Zschäpe nicht etwa ein verführtes Puttchen ist. Sondern eine voll verantwortliche Mittäterin, die die Höchststrafe verdient hat.