Magdeburg l Um die Nachfolge von Merkel als CDU-Chefin wollen sich mindestens zwölf Frauen und Männer bewerben. In acht Regionalkonferenzen sollen sich die Kandidaten der Parteibasis vorstellen. Reelle Chancen werden intern aber nur den drei prominenten Bewerbern eingeräumt: Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer (56), Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (38) und dem früheren Unions-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz (62).

Aus Sachsen-Anhalt kommt Rückenwind für Merz. So beschloss der Kreisparteitag des Kreisverbandes Altmarkkreis erst am Wochenende einen Antrag für den Landesparteitag am 17. November, die Kandidatur von Merz zu unterstützen. In ihm sehe man „die Persönlichkeit, der es gelingen kann, die Flügel unserer Partei zu einen und Aufbruchstimmung in unseren Reihen zu erzeugen“. Es gelte, eine Brücke zu bauen zwischen den Wertekonservativen, den liberalen Wirtschaftskräften und dem sozialen Flügel.

Neuer Schwung mit Merz?

Auch im Kreisverband Harz „ist die Stimmung überwiegend für Merz“, sagte Kreischef Ulrich Thomas. „In den zurückliegenden Jahren sind konservative Positionen verwässert worden. Wir müsse zum Markenkern zurückkehren.“ Dazu gehörten etwa das traditionelle Familienbild und ein starker Rechtsstaat. „In der Migrationspolitik muss geltendes Recht mehr durchgesetzt werden“, sagte Thomas.

Ingo Gondro (Anhalt-Bitterfeld), Vize-Bundeschef der WerteUnion, twitterte: „Um die CDU wieder auf klaren Kurs zu bringen, braucht es jetzt einen Friedrich Merz!“ Der Burger Landtagsabgeordnete Markus Kurze sagte, es gebe an der Basis große Erwartungen. „Wir brauchen eine Kurskorrektur, eine Rückbesinnung auf die Werte der Union“, sagte er. „Nicht alles, was modern ist, ist gut.“ Merz könne „neuen Schwung“ bringen. Der Magdeburger Kreischef Tobias Krull sagte: „Das Rennen ist offen. Alle Kandidaten haben Vor- und Nachteile.“

Stahlknecht bestätigt Tendenz

Halles Kreischef Marco Tullner (er ist auch Landesvize) sagte: „Es wird sehr positiv wahrgenommen, dass ein offener Prozess eingesetzt hat, bei dem sich mehrere Kandidaten mit ihren Konzepten vorstellen. Konkurrenz belebt das Geschäft, davon kann die CDU nur profitieren.“ Das Rennen sei „völlig offen.“ Chris Schulenburg, Stendaler Kreischef und Landtagsabgeordneter, betonte: „Wir haben drei sehr gute Kandidaten. Das wird eine ganz, ganz schwierige Wahl.“ Viele in der CDU-Landtagsfraktion seien aber für Merz.

Landesvize Holger Stahlknecht bestätigte, dass es auch in der Partei eine „Tendenz für Merz“ gebe. Die Union biete „spannende Alternativen. Das zeigt, dass die Partei lebt.“ André Schröder, ebenfalls Parteivize, plädierte dafür, dass eine der geplanten Regionalkonferenzen nach Sachsen-Anhalt komme. Wichtig sei, dass sich die Parteibasis ein Bild von den Kandidaten machen könne. CDU-Landeschef Thomas Webel unterstrich, es gebe jetzt eine „beispiellose Dynamik“. Ihn mache der Wettbewerb „stolz, weil er die Lebendigkeit unserer Partei zeigt und die Chance zur Erneuerung bietet“.