Russland steht im Fall Skripal am Pranger wie seit dem Afghanistan-Einmarsch nicht mehr, auch bei der Sitzung der Chemiewaffen-Verbotsorganisation. In Großbritannien macht die Stimmungsmache von Regierung und Medien glauben, der Nowitschok-Cocktail sei direkt in Putins Büro zusammengebraut worden. „Pervers“ finden die Briten die russische Idee gemeinsamer Ermittlungen zu dem Anschlag von Salisbury.

Bisher ziehen die westlichen Verbündeten beinahe uneingeschränkt mit. Die Bundesregierung bekräftigt in ungewohnter Nibelungentreue zu London, dass nur Russland als Täter infrage komme. Vielleicht richtig, vielleicht auch nicht. Dann aber droht Großbritannien der große Verlierer einer Gift-Attacke zu werden, die zu einer Weltaffäre hochgekocht ist. Falls es Putin schafft, US-Präsident Donald Trump beim avisierten Gipfeltreffen für sich einzunehmen, könnten die USA schnell von der Fahne gehen, gefolgt von der EU. Es würde einsam werden um die Brexit-Briten.