Washington (dpa) l Die Steuer benachteilige gezielt große amerikanische Internetunternehmen wie Amazon, Google und Facebook. Frankreich will an der Steuer festhalten und drohte seinerseits mit europäischer Vergeltung. Finanzminister Bruno Le Maire nannte die Drohungen "inakzeptabel".

Die USA wollen Strafzölle von bis zu 100 Prozent auf französische Importe im Wert von rund 2,4 Milliarden Dollar vorschlagen, hieß es in Lighthizers Bericht weiter. Davon betroffen könnten demnach unter anderem Champagner, bestimmte Käsesorten, Joghurt, Butter, einige Kosmetikprodukte und Handtaschen sein. Über die tatsächliche Verhängung der Zölle soll nach Anhörungen im Januar befunden werden. US-Präsident Donald Trump bestätigte am Dienstag die Pläne und erklärte, dass eine "sehr hohe Steuer auf Wein" und andere Waren geplant sei. Die USA würden nicht zulassen, dass Frankreich amerikanische Firmen besteuere, sagte Trump am Dienstag in London. "Wenn irgendwer sie besteuert, dann sind wir das."

Frankreich hatte im Sommer im Alleingang eine Digitalsteuer für international tätige Internet-Unternehmen wie Google, Amazon, Facebook und Apple eingeführt. Das Vorhaben war zuvor auf europäischer Ebene gescheitert. Betroffen sind Konzerne, die mit ihren digitalen Aktivitäten einen weltweiten Jahresumsatz von mindestens 750 Millionen Euro und in Frankreich von mehr als 25 Millionen Euro erzielen. Viele der betroffenen Unternehmen haben ihren Firmensitz in den USA.

Finanzminister Le Maire forderte Unterstützung von der Europäischen Union in dem Streit: "Wenn die USA sich am Ende einer internationalen Lösung verweigern und sich für neue Sanktionen gegen Frankreich entscheiden (...), haben wir gar keine andere Wahl, als auf europäischer Ebene zurückzuschlagen." Die EU befindet sich bereits in einem Zollstreit mit den USA. Grund sind illegale Staatshilfen für die beiden Flugzeugbauer Airbus und Boeing.

Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, die EU werde geschlossen agieren und reagieren. Die Behörde sei im engen Kontakt mit den französischen Behörden.

Es gebe nun verschiedene Optionen, einschließlich eines Streitbeilegungsverfahrens bei der Welthandelsorganisation (WTO). Die EU werde nun versuchen, unverzüglich Gespräche mit den USA aufzunehmen, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.