Magdeburg (vs) l Die Scham ist groß, aber unangebracht. Flattert eine außergerichtliche Mahnung des "FremdgehenClubs" in den Briefkasten, kann der Haussegen ganz schnell schief hängen.

Auch wenn der Adressat dieses Online-Angebot der Londoner Firma Lagneia Ltd. gar nicht genutzt hat, wird er direkt im ersten Schritt dazu aufgefordert etwa 200 Euro für eine halbjährige Mitgliedschaft im Club zu zahlen, warnt die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt. 

Offensichtlich, so die Schilderung Betroffener, handelt es sich hierbei um eine gut aufgemachte Abo-Falle. Die Online-Plattform bietet eine 14-tägige Probemitgliedschaft. Wird diese nicht fristgemäß gekündigt, wandelt sich das Ganze nach Auffassung des Anbieters automatisch in eine Premiummitgliedschaft um.

 

Weitere Zahlungen plus Mahngebühren

Die Kosten belaufen sich hierbei auf etwa 400 Euro im Jahr. Für Betroffene ist das aber nicht klar und eindeutig erkennbar, auch werden Kündigungen angeblich nicht akzeptiert und weitere Beiträge plus Mahngebühren gefordert.

Die Schreiben der Firma sind klar formuliert, aber sollten nicht widerstandslos hingenommen werden, teilt die Verbraucherzentrale mit. So heißt es zum Beispiel: "Ihr Verhalten zwingt uns nun, unsere Rechtsabteilung über das Scheitern der außergerichtlichen Bemühungen zu unterrichten. Diese wird dann entscheiden, ob wir nunmehr mit gerichtlicher Hilfe den offenen Anspruch gegen Sie weiterverfolgen müssen."

Angeblichen Vertrag anfechten

Davon und auch von der Drohung, dass dementsprechend Gerichtskosten und Anwaltsgebühren folgen könnten, sollen sich betroffene Verbraucher nach Auffassung der Verbraucherzentrale nicht beeindrucken lassen und nicht widerspruchslos zahlen.

"Sollte tatsächlich ein angeblicher Vertrag zustande gekommen sein, kann nach Prüfung der Sach- und Rechtslage widersprochen, widerrufen, gekündigt oder angefochten werden", teilte die Verbraucherzentrale weiter mit.