Cloppenburg l Dieser Radweg hat fast alles, um als richtiger Radweg zu gelten: ein blaues Schild, das ihn offiziell als „Radverkehrsanlage“ ausweist. Weiße Markierungen, welche die Pedalisten von der gefährlichen Straße auf ihr geschütztes Refugium leiten. Und rotes Betonpflaster, das verirrten Fußgängern zeigt: Ihr habt hier nichts verloren. Doch das Wichtigste fehlt dem schmucken Radweg: der Radverkehr.

Denn die Stadtverwaltung von Cloppenburg – dort befindet sich das ingenieurtechnische Meisterstück – hat mit Steuergeld den erneuten Beweis dafür geliefert, dass „gut gemeint“ oft das Gegenteil von „gut gemacht“ ist. Insgesamt nämlich ist der Radweg sagenhafte 55 Meter kurz – und selbst die gliedern sich noch in mehrere Teilstücke: Nach 20 Metern unterbricht eine Straßen-Einmündung den Radweg, dann geht’s zehn Meter weiter bis zu einer Lkw-Parkbucht, bevor die finale 25-Meter Etappe auf den Radfahrer wartet. Jetzt fehlen eigentlich nur noch imposante Brückenbauwerke, um die einzelnen Weg-Teile zu verbinden...