Magdeburg l Silvester, kurz, bevor die Raketen in den Himmel steigen, noch schnell die „allerallerletzte“ Kippe durchgezogen. Und mit siegessicherem Lächeln auf den Lippen verkünden: „Nie wieder!“ Ein Vorgang, den es auch heute wieder vielerorts geben wird. Die Tabakindustrie am Abgrund, das Steuersäckel schmaler? Beileibe nicht. Spätestens am Neujahrsabend ist der Vorsatz Schall und wieder Rauch.

Weniger oder gar nicht mehr zu qualmen, ist einer der häufigsten Vorsätze fürs neue Jahr. Einer Umfrage zufolge befinden sich unter den Top 50 auch „mehr Sport machen, mehr Zeit mit der Familie verbringen, mehr für die Gesundheit tun, weniger Alkohol, abnehmen oder weniger am PC hängen“.

Einige Forscher glauben, dass die Tradition der guten Vorsätze von den Juden übernommen wurde. Nachdem sie die zehn Gebote mit der Maßgabe erhalten hatten, sich strikt daran zu halten – mit nicht allzu großem Erfolg – wie jeder weiß, bekannten sie sich einmal im Jahr zu ihren Sünden und nahmen sich vor, künftig gebotstreuer zu sein.

Wie viele der Altvorderen damit wirklich Erfolg hatten, ist nicht überliefert. Aber, dass heute mehr als zehn Prozent der Deutschen ihre guten Vorsätze tatsächlich auf Dauer verwirklichen, ist bekannt.

Warum Scheitern programmiert ist? Ein Vorsatz ist immer etwas Unverbindliches, ein Vorhaben, ein Wunsch. Besser ist es ein konkretes Ziel zu benennen. Aber ein Ziel allein, tut‘s nicht. Man muss auch wollen. Zu hoch gegriffene Ziele und fehlende Ausdauer sind ebenfalls Vorhabenverhinderer, so Wissenschaftler.