Berlin l Die Berliner U-Bahn, ein Ort der komischen Dinge. Entweder, und das ist eher der normale Fall: Dinge, die dort hingehören, sind nicht da. Zum Beispiel der Zug, der in dieser Minute abfahren soll. Oder umgekehrt: Über Nacht war plötzlich etwas da, was dort definitiv nicht hingehört.

Sicherheitsleute der BVG entdeckten beim routinemäßigen Kontrollgang im zugigen Schacht der Linie 9 ein komplett eingerichtetes Büro. Mit gut aufgeräumtem Schreibtisch, Computer, Ordner, Leselampe, Grünpflanze, Papierkorb – und an der Wand eine Berlin-Landkarte. Gehört da wirklich, wirklich nicht hin. Später stellte sich raus: Ist eine Kunstaktion. Und nicht die erste dieser Art. Bereits 2016 hatte eine Truppe mit dem schrägen Namen Rocco und seine Brüder ein ähnliches U-Bahn-Büro installiert.

Was das alles soll, bleibt im Dunkeln. Bis auf die erhellende Erkentnis, dass in Berlin plötzlich auftauchende Sinnlos-Büros besser funktionieren als die U-Bahn. Aber das ist ja vielleicht auch keine Kunst.