Im Iran werden ausländische Fußballlehrer schnell Berühmtheiten. „Dscheneral“ nannten die persischen Fans den deutschen Trainer Winfried Schäfer, der den Job bis April dieses Jahres bei Esteghlal Teheran machte.

Nur die Bezahlung gestaltet sich schwierig. Bei Schäfer genauso wie dem Portugiesen Carlos Queiroz oder dem Kroaten Branko Ivankovic. Schäfer und Queiroz haben den Iran für fehlendes Geld schon bei der Fifa angezeigt. Sie pochen auf Restzahlungen von hohen sechsstelligen Summen.

Dabei sitzen die iranischen Klubs gar nicht auf den Euros. Sie können sie aber nicht überweisen. Die US-Sanktionen bedingen, dass der Gotteststaat von internationalen Banktransaktionen ausgeschlossen ist.

Was tun? Der Meisterklub Persepolis Teheran hat für seinen Trainer Ivankovic eine Idee: Er soll einfach nochmal nach Teheran einfliegen, um sich die ausstehenden 600.000 Euro Gehalt in bar abzuholen.

Bargeld lacht noch immer. Beileibe nicht nur im Nahen Osten. Schließlich ist der Balkanstaat Montenegro allein mit der Geldkoffer-Variante zum Euroland geworden. Ganz ohne Antrag und Genehmigung.

In Montegro galt Anfang des Jahrtausends die D-Mark als offizielles Zahlungsmittel. Bei der Euro-Umstellung führten die Montegriner 2002 einfach kofferweise so viel an Euro ein, wie für ihr Finanzsystem brauchte. Die verdutzte Europäische Zentralbank hatte keine Handhabe dagegen. Wenn bald also eine iranische Delegation in Montengro auftaucht, weiß man, warum.