Wien (dpa) l Der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt vermutet, dass die neue Software der Boeing 737 Max 8 eine wichtige Rolle beim Absturz der Ethiopian-Airlines-Maschine gespielt hat. In den neuen Typ Boeing 737 Max sei eine zusätzliche Software eingebaut, die dafür sorge, dass die Flugzeugnase nicht zu hoch genommen werde, sagte Großbongardt am 11. März in der ORF-Sendung Ö1-Mittagsjournal. Diese dürfte sich ähnlich wie bei dem Absturz einer baugleichen Maschine der Lion Air in Indonesien eingeschaltet haben, obwohl der Flieger im Steigflug war, mutmaßte er. Die Piloten hätten jeweils vergeblich versucht, die Nase nach oben zu nehmen.

Die Piloten hätten das System deaktivieren können, sagte Großbongardt. "Das ist relativ einfach, das ist mehr oder weniger ein Knopfdruck." Nach dem Unglück in Indonesien im Oktober seien die Piloten noch mal intensiv geschult und dafür sensibilisiert worden, auch die Handbücher seien dementsprechend ergänzt worden. Die Aufgabe der neuen Software sei es auch gewesen, dafür zu sorgen, dass sich der alte und der neue Flugzeugtyp beim Fliegen gleich anfühlen. "Das Training zwischen der alten und der neuen 737 ist schon sehr gering gehalten worden", sagte Großbongardt.