München l Das hat sich Annemarie Carpendale wohl anders vorgestellt: Eigentlich wollte die "taff"-Moderatorin ihre Fans mit einem Schnappschuss auf Instagram an ihrer privaten Karnevalsfeier mit Mann Wayne und dem zweijährigen Sohn Mads teilhaben lassen. Doch stattdessen sorgte das Karnevalsfoto für einen Shitstorm im Netz.

Für Kritik sorgte vor allem Annemarie Carpendales Kostümierung: Während Wayne sich für das 70er-Jahre Disco-Outfit entschied und Sohn Mads als Pirat ging, posierte die 43-Jährige in der Tracht einer nordamerikanischen Ureinwohnerin. Wenig sensibel, fanden viele Fans und ließen das Carpendale in den Kommentaren auch wissen.

"Ein ganz normaler Montag, an dem Deutsche einfach nicht verstehen wollen, warum sie sich nicht als indigenes Volk verkleiden dürfen", kommentierte eine Userin das Bild. Eine andere Nutzerin fragte: "Ist das eine Bewerbung beim WDR?!", und spielte damit auf die im WDR-Sendung "Die letzte Instanz" an. Die Sendung war für ihren wenig sensiblen Umgang mit Diskriminierung kritisiert worden, weil dort das Thema rassistischer Sprache in Abwesenheit Betroffener diskutiert worden war.

Kulturelle Aneignung

Doch warum finden die Kritiker Carpendales Kostüm eigentlich problematisch? Das Foto zeigt die Moderatorin in der Tracht einer indigenen Frau mit Stirnband, geflochtenen schwarzen Zöpfen und Kriegsbemalung. Doch während Carpendale diese Kostümierung nur spaßeshalber anlegt und sie jederzeit auch wieder ablegen kann, müssen andere Menschen Tag für Tag mit den damit verbundenen Diskriminierungen leben.

Wenn Mitglieder der weißen Mehrheitsgesellschaft Attribute von Minderheitengruppen übernehmen, wird das kulturelle Aneignung genannt. Aus diesem Grund werden solche Kostüme - wie auch das "Blackfacing", bei dem sich weiße Menschen die Gesichter schwarz anmalen - schon länger kritisiert. Die Reaktion aus dem Netz kommt demnach wenig überraschend.

Ob Annemarie Carpendale ihre Verkleidung bereut, ist indes zu bezweifeln. Nachdem sie das Bild - wie Ehemann Wayne - zunächst löschte, ist der Schnappschuss inzwischen (Stand 18. Feburar) wieder auf dem Instagram-Account der 43-Jährigen zu finden.