Berlin (dpa) l Sie geben keine Widerworte, fangen keine Kriege an und bringen uns immer wieder zum Schmunzeln: Tiere.

Auch 2019 gingen wieder Geschichten über zahlreiche kuriose Geschöpfe um die Welt, viele davon durch die Sozialen Medien. Auf Instagram, Facebook und Co. sind neben Tieren auch Fabelwesen wie Einhörner hoch im Kurs.

Hörnchen auf der Stirn

Insofern war die Begeisterung, die Hundewelpe Narwhal hervorrief, keine Überraschung: Dem Welpen wächst scheinbar eine Art Horn oder Hörnchen aus der Stirn. Tierschützer fanden das Hündchen in der US-Kleinstadt Jackson und benannten es nach dem Narwal, einem Wal mit einem Horn auf der Stirn. Als Reaktion auf einen Facebook-Post meldeten sich dutzende Tierliebhaber, die Narwhal bei sich aufnehmen wollten.

Kobold-Welpe

Auch in Deutschland kam in diesem Jahr ein mysteriöses Hundebaby zur Welt – das erinnerte allerdings nicht an ein Einhorn, sondern an einen Kobold: Der Golden-Retriever-Welpe Mojito kam mit grünem Fell zur Welt. Ein Tierarzt erklärte das seltene Phänomen mit einem Stoff, der aus der Plazenta des Muttertieres stammt. Im Dezember heißt es dann: Der grüne Hund ist jetzt weiß! "Mojito" habe – wie erwartet – inzwischen seine Farbe gewechselt, berichtet Besitzerin Joanna Justice. "Ab der dritten Woche wurde das Fell langsam immer heller, und jetzt ist "Mojito" kaum noch von ihren Geschwistern zu unterscheiden."

Von Kühe und Kängurus

Andere Tiere schafften es nicht wegen ihres ungewöhnlichen Aussehens, sondern ihres Aufenthaltsorts in die Schlagzeilen. Im Raum Xanten etwa hüpfte im Herbst etwa ein Monat lang ein Känguru durch die Gegend, bevor ein Tierarzt es mit einem Blasrohr betäuben und einfangen konnte. Deutlich länger dauerte die Flucht von Kuh "Büxi" in Niederbayern. Im Februar fand ein pensionierter Polizist die Flüchtige und betäubte sie mit einem Pfeil – sie war im Oktober 2017 getürmt. Tierschützer untersuchten die wohlgenährte Kuh und brachten sie auf einen Gnadenhof.

Tigerpython Chantal

Die wohl exotischste tierische Ausreißerin des Jahres war die Schleswig-Holsteinerin Chantal – ein gut drei Meter langer Tigerpython. Das Tier hatte seinen Freigang im Garten einer Familie in der Kleinstadt Tornesch zum Ausbruch genutzt – und tauchte vier Tage später im Nachbargarten wieder auf.

Zu dick für den Gully

Aus einer für sie eigentlich gewöhnlichen Umgebung heraus erlangte eine Ratte im Februar Weltruhm: Der Nager futterte sich im südhessischen Bensheim so rund, dass er eines Tages nicht mehr durch die Löcher im Gully-Deckel passte und feststeckte. Auf einem Foto der Rettungskräfte ist die Ratte mit weit aufgerissenem Maul zu sehen, als würde sie um Hilfe schreien. Feuerwehr und Tierrettung konnten das beleibte Tier schließlich aus der misslichen Lage befreien und sorgten für ein Happy-End der Geschichte, die um die Welt ging.

Enten in der Kanalisation

Zu groß waren die Löcher im Gullydeckel hingegen für den Nachwuchs einer Entenmama in Stahnsdorf bei Potsdam. Fünf ihrer Küken purzelten durch die Löcher in den Gully. Ein Passant hörte die Kleinen piepsen und rief die Feuerwehr, die den Entennachwuchs rettete.

Überhaupt sind die Eingänge zur Kanalisation für Tiere häufig gefährlich: In Dortmund blieb im Juni ein Eichhörnchen in einem Gullydeckel stecken. Die Feuerwehr transportierte den ganzen Deckel in eine Tierarztpraxis, wo es schließlich befreit werden konnte.

Pferd führt zu Waffen

In zahlreichen solcher Fälle retteten Feuerwehr und Polizei 2019 Tiere aus misslichen Lagen – doch manchmal halfen Tiere auch den Einsatzkräften: Im Februar etwa verhalf ein Pferd in Südhessen, wenn auch zufällig, der Polizei zu einem Ermittlungserfolg: Das Tier sank in einem Tümpel ein und schaffte es aus eigener Kraft nicht mehr heraus. Als zur Hilfe gerufene Feuerwehrleute das Pferd befreiten, stießen sie dabei auf mehrere gestohlene Waffen und Munition.

Taube geblitzt

Andere Tiere standen nicht unbedingt auf der Seite des Gesetzes: So schützte in Viersen eine Taube einen Raser vor seiner Strafe. Der Mann fuhr im Mai mit 54 Stundenkilometern durch eine Dreißigerzone und wurde dabei geblitzt. Genau im Moment der Aufnahme flog die Taube jedoch mit weit ausgebreiteten Flügeln vor die Kamera, so dass das Gesicht des Fahrers nicht zu erkennen war. Die Behörden konnten die Fahrt dem Raser nicht nachweisen, was ihm nach Polizei-Angaben ein Bußgeld von 105 Euro ersparte.

Wal als russischer Spion enttarnt?

Doch diese Ordnungswidrigkeit ist eine Bagatelle verglichen mit dem Fall eines Wals, der im April in Nordnorwegen auftauchte – denn hier stand Landesverrat im Raum. Fischer hatten den Beluga von mehreren Riemen befreit. An dem Zaumzeug war die Aufschrift "Ausrüstung St. Petersburg" zu lesen, an einem Riemen war eine Halterung für eine Kamera befestigt. Das Tier war außerdem zahm. Walforscher mutmaßten, das Tier habe sich aus der Gefangenschaft des russischen Militärs befreit. Sollte der Beluga also für den Kreml Europa ausspionieren? Das russische Militär wies das als Unsinn zurück – Russland nutze nur Delfine zu Kriegszwecken.