Berlin/Göttingen l Der Kampf ums Überleben bei Minustemperaturen auf der Straße - das ist für die nach BAGW-Schätzungen 41.000 Obdachlose in Deutschland bittere Realität. Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) sind in diesem Winter bereits mindestens 20 wohnungslose Frauen und Männer in Deutschland in der Kälte gestorben.

Das meldete die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe vor wenigen Tagen. Allerdings sei von einer Dunkelziffer auszugehen. Nicht jeder Fall werde der Bundesarbeitsgemeinschaft bekannt. "So viele Kältetote hatten wir in den letzten Wintern nie", sagte BAGW-Geschäftsführerin Werena Rosenke im epd-Video.

Coronakrise erschwert die Situation

Werena Rosenke führte die hohe Zahl der Kältetoten auch darauf zurück, dass wegen der Corona-Pandemie weniger Plätze in Unterkünften zur Verfügung stehen, weil Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden müssen. Längst nicht alle Kommunen hätten rechtzeitig vorgesorgt und zusätzliche Unterkünfte angemietet.

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Deswegen müssen in den Diensten und Einrichtungen Corona-Tests durchgeführt werden, so Rosenke. Dies geschehe bislang vollkommen unzureichend. Häufig müssen die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe die Kosten für Testungen selbst finanzieren – weder Bund, Länder noch Kommunen beteiligen sich ausreichend an den Kosten.

Hilfsangebote für Obdachlose

Helfer haben deutschlandweit ihren Einsatz für Obdachlose verstärkt und versorgen Bedürftige mit warmem Essen, Kleidung und Hygieneartikeln, so, wie der Magdeburger Verein „Machdeburjer mit Herz“.  Ein Sprecher der Diakonie Mitteldeutschland appellierte an die Gesellschaft, ihren Blick von Bedürftigen gerade bei Eiseskälte nicht abzuwenden und ihnen konkrete Hilfe anzubieten. Diakonie-Straßensozialarbeiter Daniel Rainers aus Göttingen hilft mit Essen und Kleidung, wo er kann. Mehr dazu im Video.