Berlin (dpa) l Mit mehr Investitionen und einer effizienteren Struktur will die Deutsche Bahn zurück in die Erfolgsspur. Der Aufsichtsrat des Staatskonzerns billigte am Mittwoch ein entsprechendes Konzept von Vorstandschef Rüdiger Grube. Schwerpunkt sei das mehrjährige Programm „Zukunft Bahn“. Es sieht Investitionen von 20 Milliarden Euro vor, mit denen der Zugverkehr für die Kunden attraktiver und pünktlicher werden soll.

Wichtige Details zu dem geplanten Maßnahmenbündel ließ der Konzern aber noch offen. Grube und seine Vorstandskollegen wollen das Programm am Donnerstag der Öffentlichkeit offiziell vorstellen. Die Aufseher unterstützten „ausdrücklich den Kurs des Vorstandes für mehr Qualität, Pünktlichkeit und Wirtschaftlichkeit“, ließ sich Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht zitieren.

Zugleich hieß es aber auch: „Der Vorstand wird mit dem Aufsichtsrat weitere Konkretisierungen im Jahr 2016 diskutieren.“ Umstritten war zuletzt vor allem, wie es mit dem notleidenden Schienengüterverkehr weitergeht. Aus dem Umfeld des Aufsichtsrats hieß es, die Güterbahn DB Schenker Rail solle in den Jahren 2016 und 2017 saniert werden.

Von 2018 an solle die Sparte dann wieder ein Prozent stärker als der Marktdurchschnitt wachsen. Nach Informationen der „Stuttgarter Zeitung“ (Donnerstag) will der Vorstand mindestens 2600 der 31 000 Stellen bei Schenker Rail streichen. Grube hatte im Oktober angekündigt, dass bei der Güterbahn „im Zuge der Umstrukturierung Arbeitsplätze verloren gehen“.

Anfang Dezember war durchgesickert, dass die Bahn 2015 trotz eines Rekordumsatzes von mehr als 40 Milliarden Euro erstmals seit dem Jahr 2003 wieder einen Verlust einfahren wird. Zwar sei im laufenden Geschäft ein Plus von 1,75 Milliarden Euro erzielt worden. Kosten für den Konzernumbau und Wertberichtigungen im Güterverkehr drückten das Jahresergebnis jedoch ins Minus.