Halle (dpa) l Trotz eines leichten Rückgangs der Erwerbslosigkeit hat der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt einen leichten Dämpfer bekommen: Die Delle in der Konjunktur machte sich laut Experten im Mai etwas deutlicher bemerkbar als bisher. "Es gibt aber keinen Grund zur Beunruhigung", sagte ein Sprecher der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Halle. Es würden nach wie vor Arbeitskräfte gesucht, zum Beispiel in der Produktion, Logistik, in Gesundheits- und Pflegeberufen.

Ohne Job waren den Angaben zufolge im Mai in Sachsen-Anhalt 79.700 Menschen. Das waren etwa 1200 Erwerbslose weniger als im April und 8000 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag im Mai wie im Vormonat bei 7,1 Prozent (Mai 2018: 7,7 Prozent). Arbeitgeber meldeten 4300 neue Stellen, 100 weniger als im April. Aktuell haben die Arbeitsagenturen und Jobcenter 20.300 freie Stellen im Bestand.

"Wir beobachten, dass die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt etwas schwächer ausfällt als in den Vorjahren und jetzt im Mai bereits an Schwung verliert", sagte der Chef der Regionaldirektion, Kay Senius. Denn die saisonalen Einflüsse herausgerechnet – zum Beispiel aufgrund von mehr Beschäftigung am Bau im Frühjahr -, sei die Arbeitslosigkeit im Land binnen Monatsfrist, wenn auch gering, gestiegen.


"Grundsätzlich wird der Arbeitsmarkt aber weiter in der Spur bleiben", sagte Senius. Das zeige sich am Beschäftigungsaufbau. Rund 796.400 Menschen sind in Sachsen-Anhalt sozialversicherungspflichtig beschäftigt (März 2019), 2000 Menschen mehr als im Vorjahr. Allerdings waren unter allen Arbeitslosen (79.700) im Mai rund 28 240 Menschen (35 Prozent) bereits länger als ein Jahr ohne Job.

Bundesweit ist die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai auf 2,236 Millionen gestiegen. Das waren 7000 Erwerbslose mehr als im April, aber 80.000 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote blieb im Mai unverändert bei 4,9 Prozent. Die bundesweit höchste Erwerbslosigkeit hatte im Mai Bremen mit 10,0 Prozent, die geringste Arbeitslosenquote der Freistaat Bayern mit 2,7 Prozent.