Magdeburg l Bei Nice-Pak in Osterweddingen (Landkreis Börde) ist in Zeiten von Corona nichts mehr wie es mal war. Das Unternehmen ist einer der weltweit führenden Hersteller von Feuchttüchern. Das Werk in Osterweddingen verlassen rund 160 Millionen Packungen im Jahr. Abnehmer kommen aus der ganzen Welt.

Momentan gibt es aufgrund der Corona-Pandemie noch mehr zu tun. Die Nachfrage von Kunden wie Rossmann, Lidl, Edeka oder Müller ist seit Wochen hoch. Auch Konzerne wie L‘Oréal, Johnson&Johnson oder den amerikanischen Hygieneartikel-Hersteller Kimberly-Clark beliefert Nice-Pak. „Wir kommen mit der Arbeit kaum hinterher“, sagt Geschäftsführer Clemens Monir.

Nachfrage in allen Segmenten steigt

Rund 230 Beschäftigte arbeiten am Standort, etwa 20 Prozent fehlen derzeit. Sie sind im Krankenstand oder betreuen Kinder. In der Produktion sind die Mitarbeiter durch Plexiglasscheiben voneinander getrennt. Erschwerte Bedingungen, doch Monir bleibt optimistisch. Nice-Pak verstehe sich mit seinen Produkten als einen kleinen Teil im Kampf gegen das Virus.

Unter normalen Umständen werden in Osterweddingen Baby-Feuchttücher, Kosmetik-Reigungstücher, Haushaltsreinigungstücher und feuchtes Toilettenpapier produziert. In allen Segmenten ist die Nachfrage in die Höhe geschnellt.

Werk produziert Desinfektionstücher

Ein weiteres Produkt soll nun aufgrund der gesteigerten Nachfrage hinzukommen. Bislang nur in den englischen Werken von Nice-Pak in Wigan und Flint werden seit einem Jahr spezielle Desinfektionstücher hergestellt. Das Werk in Osterweddingen wird nun kurzfristig ebenfalls in die Produktion dieser Tücher einsteigen, sagt Monir. Es wird also noch eine Weile dabei bleiben: Viel Arbeit für die Beschäftigten. Auf der anderen Seite gut: Kurzarbeit, so Monir, sei auf keinen Fall ein Thema.

Nice-Pak wurde 1957 in New York gegründet und expandierte 1987 nach Großbritannien. Allein in Europa stellt Nice-Pak heute über 650 Millionen Feuchttücher-Packungen pro Jahr her. In den drei Werken in Osterweddingen, Wigan und Flint (beide England) arbeiten rund 1000 Beschäftigte. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 65 Millionen Euro.