Halle l Als Reaktion auf den Kurssturz der vergangenen Tage plant die Hallenser Schokoladenfabrik Halloren bis zu zehn Prozent der eigenen Aktien zurückzukaufen. Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft wollen damit positive Signale an den Kapitalmarkt und die Kleinaktionäre senden, hieß es in einer Mitteilung. „Wir lassen unsere Aktionäre sicher nicht im Regen stehen", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende und langjährige Hauptaktionär Paul Morzynski.

Halloren hatte am Freitag verkündet, sich komplett von der Börse zurückzuziehen. Die Aktie war daraufhin um rund 36 Prozent eingebrochen. Der aktuelle Kurs lag am Dienstagnachmitag bei 5,46 Euro.

„Die heftige Reaktion des Kapitalmarktes auf den Entschluss, bei der Deutschen Börse in Frankfurt das Delisting unserer Aktie zu beantragen, hat uns sehr überrascht", sagte Morzynski. Der derzeitge Aktienkurs werde dem Unternehmen nicht gerecht. „Der fundamentale Wert des Unternehmens hat sich durch diese Maßnahme nicht verändert", erklärte der Groß-Aktionär.

Halloren will sparen

Hallorens Vorstandschef Klaus Lellé hat unterdessen die Gründe für den Rückzug seines Konzerns von der Börse erläutert. „Insbesondere die Ad-hoc-Mitteilungspflicht ist für ein Unternehmen in unserer Größenordnung und in unserer Branche nicht akzeptabel", so Lellé. Zur Jahresmitte hatte die Börsenaufsicht die Regeln für börsennotierte Aktiengesellschaften spürbar verschärft.

Halloren war seitdem verpflichtet, über jeden größeren Vertragsabschluss mit neuen und bestehenden Kunden oder aber auch über Sortimentsentscheidungen und andere kursrelevante Veränderungen im Tagesgeschäft durchgehend zu berichten. „Das ist für uns ein erheblicher Wettbewerbsnachteil", so Lellé weiter. Durch den erhöhten Berichts- und Überwachungsaufwand seien zudem die Kosten für die Börsennotierung enorm gestiegen.

Seit 2007 an der Börse

Die Aktien der Hallenser Schokoladenfabrik wurden seit 2007 im sogenannten „Entry Standard" gehandelt. Rund 42 Prozent der Halloren-Anteile halten derzeit die US-amerikanischen Brüder Darren und Kenneth Ehlert. Morzynski besitzt rund 28 Prozent der Halloren-Papiere. Die Schokoladenfabrik will mit dem Rückzug vom Kapitalmarkt vor allem Kosten sparen. Halloren hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 1,64 Millionen Euro hinnehmen müssen.