Magdeburg l Auf der wissenschaftlichen Exzellenz-Landkarte Deutschlands kommen Sachsen-Anhalts Universitäten bisher nicht vor: Nachdem die Unis Magdeburg und Halle mit der Einwerbung von Exzellenz-Clustern zuletzt im September gescheitert waren, fordert die Uni Magdeburg jetzt mehr Unterstützung für künftige Bewerbungen vom Land: „Für einen Erfolg sind starke Partnerschaften entscheidend, um genügend Wissenschaftler auf Weltniveau vor Ort zu bündeln“, sagte Rektor Jens Strackeljan. Aber auch Mittel vom Land seien nötig. „2,5 Millionen Euro pro Jahr und Uni zusätzlich wären angemessen.“

Magdeburg hatte sich 2018 erfolglos mit den Forschungsschwerpunkten Neurowissenschaften und Immunologie um Aufnahme in die Exzellenzstrategie beworben, Halle mit Initiativen im Bereich der Material-, Bio- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften.

Bund und Länder hatten die Exzellenzinitiative 2005 ins Leben gerufen. Hauptziel ist es, die Spitzenforschung an ausgewählten Unis zu stärken. Allein in der dritten Phase sollen dafür bis 2026 mehr als 3,7 Milliarden Euro fließen. Ein Exzellenz-Cluster erhält rund 6,7 Millionen Euro im Jahr. Er ist damit geeignet, die Reputation der jeweiligen Hochschule deutlich zu erhöhen. Von 57 aktuellen Exzellenz-Clustern finden sich aber nur vier im Osten außerhalb Berlins: einer an der Uni Jena, drei an der Uni Dresden. Nach Ansicht von Minister Armin Willingmann (SPD) zementiert das die Benachteiligung der Unis im Osten, der Minister warb daher zuletzt auch um mehr Geld vom Bund für die Standorte. Um die Chancen für künftige Bewerbungen zu erhöhen, setzt das Ministerium auch auf die Einrichtung neuer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderter Sonderforschungsbereiche an den Unis. Magdeburg verfügt derzeit über zwei solcher Leuchttürme (Neurowissenschaften und Immunologie) und ist an zwei weiteren beteiligt. Die Uni wirbt damit fast 67 Millionen Euro ein. Laut Ministerium betrug die Forschungsförderung des Landes zuletzt jeweils 4,5 bis 7,2 Millionen Euro pro Jahr.