Magdeburg l Erste Mitarbeiter haben nach Angaben des Technik-Dienstleisters Akka in der Magdeburger Hegelstraße bereits ihre Räume bezogen. Ende des Jahres soll es losgehen: Leipzig und Magdeburg sollen dann einen für Akka bundesweit bislang einmaligen Campus zur Ausbildung von Spitzennachwuchs für die Automobilindustrie bekommen.

Ziel sei es, für die großen Autohersteller Ingenieure auszubilden, die für den Transfer der Branche ins digitale Zeitalter gebraucht werden, sagte eine Sprecherin. Sie sollen an notwendigen Innovationen wie autonomem Fahren oder E-Mobilität mitarbeiten. Ein Schwerpunkt des neuen Campus liege auf Softwareentwicklung und digitalen Kompetenzen.

Qualifizierung für 150 MINT-Absolventen

Angedacht ist, dass jährlich bis zu 150 ausgewählte Absolventen ostdeutscher Universitäten mit naturwissenschaftlichen und technischen Abschlüssen ein einjähriges Programm durchlaufen, sagte die Sprecherin weiter.

Nach einer mehrwöchigen Theoriephase zu Digitalisierung und Zusammenarbeit mit Kunden in Leipzig soll sich die längere praktische Phase in Magdeburg anschließen. Dabei sollen die Teilnehmer zehn Monate lang an innovativen Projekten für Autohersteller und Zulieferer arbeiten.

Die künftigen Spitzenkräfte erhalten eine Vergütung und nach dem Lehrgang zusätzlich ein Zertifikat. „Bislang ist es nicht selten so, dass die digitale Entwicklung die Ausbildung der Absolventen schon wieder überholt hat, wenn sie in den Arbeitsmarkt eintreten“, sagte AKKA-Sprecher Markus Leutert zum Hintergrund der Gründung der Akademie.

Zudem fehle es hochtalentierten MINT-Absolventen mitunter an Kompetenzen in der Zusammenarbeit mit späteren Kunden. Qualifikationen in beiden Feldern sollen die Nachwuchskräfte auf dem neuen Campus erhalten.

Standortwahl wegen Nähe zu Autobauern

Mit im Boot ist laut Akka auch die Technische Universität Dresden. Man sei stolz, dieses Projekt „an der Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft“ zu unterstützen, sagte Sebastian Flößel, Leiter der Transferstelle der Universität. Die „Akkademy“ biete Studenten einen hervorragenden Karrierestart, ergänzte Flößel.

Für Magdeburg hat sich das Unternehmen wegen der Nähe zu zahlreichen Partnerfirmen entschieden, darunter Autobauer und Zulieferer. Konkreter wurde Akka zunächst nicht. Gemeint sein dürften aber auch das nahe Volkswagenwerk in Wolfsburg und seine Partnerfirmen in der Region.

Auch Leipzig wurde aus denselben Gründen gewählt. In der mitteldeutschen Metropole haben Hersteller wie Porsche und BMW Produktionsstätten. Zum künftigen Sitz der Akademie in beiden Städten und zur Investitionshöhe machte Akka zunächst keine genauen Angaben. In Leipzig soll der Campus laut Leipziger Volkszeitung vorerst in die frühere Hauptpost am Augustusplatz einziehen. Langfristig sei ein eigener Standort geplant, hieß es.

Akka betreibt bereits eine internationale Akademie in Genf. Der Campus dort sei wegen der abweichenden Wirtschaftsstruktur der Schweiz allerdings nicht spezifisch auf die Automobilindustrie orientiert, sagte eine Sprecherin. So beziehe die Genfer Akademie etwa auch die Luftfahrt- und Bahnbranche ein.