Bleyen (dpa) l Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest haben rund 300 Hilfskräfte an der polnischen Grenze im Landkreis Märkisch-Oderland ein Seuchengebiet nach weiteren toten Wildschweinen durchsucht. Dabei wurde am Sonnabend mit Drohnenflügen eine Rotte von mehreren Dutzend toten oder kranken Tieren auf der Oderinsel bei Küstrin-Kietz entdeckt. „Nach den Drohnenbildern sind 17 Tiere tot und 30 Wildschweine ganz offensichtlich sterbenskrank“, sagte der Sprecher des Landkreises, Thomas Behrendt, am Sonntag. Anfang der Woche werde entschieden, wann die Tiere bejagt und geborgen werden könnten.

Die Tiere würden nun weiter mit Drohnenflügen beobachtet. „Ein direktes Eingreifen wäre zu gefährlich, weil erkrankte Tiere sehr aggressiv sind“, sagte der Sprecher. Außerdem sei das Gebiet noch mit Weltkriegsmunition belastet. Die toten Tiere sollen daher mit Unterstützung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes geborgen und untersucht werden.

Bei der Suche mit rund 300 Helfern im rund 45 Quadratkilometer großen Kerngebiet der ersten Funde von infizierten Wildschweinen sei bei Bleyen ein weiterer Kadaver gefunden worden, berichtete Behrendt. Das Ergebnis der Probe werde Anfang kommender Woche vorliegen.

An der Suche waren Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren, des Technischen Hilfswerkes, Polizisten, Jäger, Landwirte und Mitarbeiter der Kreisverwaltung beteiligt. Mit drei Booten waren auch Helfer auf der Oder unterwegs. Vier Drohnen, zum Teil mit Wärmebildkameras, wurden eingesetzt, um Wildschweine in Feldern aufzuspüren, die den Einsatzkräften gefährlich werden könnten. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts wurden in Brandenburg bislang 55 Schweinepestfälle bestätigt.