Magdeburg l Michael Schumacher hat einen getragen, Nico Rosberg auch. Die Helme des Magdeburger Herstellers Schuberth sind wegen ihres guten Rufs nicht nur bei Formel-1-Profis gefragt. Rund eine Million Helme verlassen das Magdeburger Werk mit seinen 420 Mitarbeitern Jahr für Jahr. Der Motorsport gehört dabei nebem dem Arbeitsschutz zu den wichtigsten Standbeinen.

Allerdings ist der Markt im Wandel. Kunden wünschen sich immer häufiger Helme mit farblicher Dekoration. Ihr Anteil an der Gesamtproduktion ist deutlich gestiegen, sagt Werksleiterin Christina Canitz. Auch aktuell hat das Werk zahlreiche Anfragen für dekorierte Helme. Die Produktion ist aufwendig: Anschleifen, Dekorieren, Trocknen. Bislang erfolgen all diese Schritte zeitversetzt in verschiedenen Abteilungen des Werks im Magdeburger Gewerbegebiet.

Modell aus Carbonfasern

Schuberth will das ändern. Zum Oktober nimmt das Unternehmen eine neue Lackieranlage in Betrieb. Dafür hat die Geschäftsführung wenige Kilometer entfernt langfristig eine Halle angemietet.

Investiert wird in Millionenhöhe, das Land fördert den Ausbau. Künftig sollen dekorierte Helme in unter einer Stunde aus der Lackierung heraus sein. „Mit der Anlage reißen wir die Produktion nicht mehr auseinander, die Leute müssen keine Nebentätigkeiten mehr verrichten“, sagt Canitz. Die neue Anlage soll dabei hocheffektiv arbeiten – im Dreischichtsystem und rund um die Uhr. Nicht nur bei der Gestaltung, auch beim Material setzt Schuberth Akzente. Erstmals stellt das Unternehmen neben Glasfaser-Helmen serienmäßig auch ein Modell aus Carbonfasern her.

Der Vorteil: „Carbon ist bei besserer Stoßdämpfung zugleich deutlich leichter“, sagt Schuberth-Geschäftsführer Jan-Christian Becker. Die Produktion von Carbon-Helmen wird daher in Zukunft eine wachsende Rolle spielen, glaubt Becker.

Insgesamt hat der Hersteller eine gutes Jahr hinter sich. 2017 lag der Umsatz bei 75 Millionen Euro – und damit auf gleichem Niveau wie im bisherigen Rekordjahr 2016. Der Ausblick ist gut. „Die Auftragsbücher sind voll“, sagt Becker. Der Markt für Motorradhelme bleibt dabei eines der wichtigsten Segmente.

Allerdings ist der Durchschnittskunde hierzulande relativ alt. Schuberth will auch das mit Innovationen ändern. Ein Konzept: die Ausstattung von Helmen mit modernster Kommunikationstechnik. So bereitet Schuberth Modelle auf Wunsch so vor, dass eine Funkanlage eingesetzt werden kann. Die Verständigung unter Fahrern wird damit trotz Motorenlärms über Strecken von bis zu einem Kilometer möglich, so Geschäftsführer Becker.