Jägerstieg l Mit Fahrrädern, Kremsern, zu Fuß oder mit Shuttlebussen der Bundeswehr strömten die Menschen bei herrlichem Sonnenschein zum Festgelände am Stein. Die Original Zackelberger Blasmusiker aus Neuenhofe sorgten für die musikalische Unterhaltung, die Kameraden der Colbitzer Feuerwehr für eine deftige Erbsensuppe aus der Feldküche. Soldaten der Colbitzer Patenkompanie und Mitarbeiter des zivilen Dienstleisters hatten das Festgelände hergerichtet.

Oberst Uwe Becker, Leiter des Gefechtsübungszentrums, begrüßte die Gäste an diesem besonderen Tag. „Vor 25 Jahren wurde die deutsche Einheit vollzogen. Aus zwei Armeen wurde eine. Mehr als 11 000 Soldaten der NVA wurden in die Bundeswehr übernommen.“

Mit Kerzen Freiheit erkämpft

„Die Menschen in der DDR erkämpften friedlich mit Kerzen die Freiheit und bereiteten damit die deutsche Einheit vor“, betonte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) in seiner Rede. Er wies auch auf die aktuellen Herausforderungen durch den anhaltenden Flüchtlingsstrom hin. „Das kann Deutschland nicht allein stemmen. Auch unsere Möglichkeiten sind endlich“, forderte Stahlknecht andere Staaten zu mehr Unterstützung auf.

Bilder

Seine persönliche Sicht auf die Ereignisse im Herbst 1989 stellte der Colbitzer Bürgermeister Eckhard Liebrecht (parteilos) dar. „Ich war damals Funkingenieur bei der Volkspolizei. Es gab 1989 nachdenkliche Vorgesetzte, aber auch Hardliner. Zum Glück haben sich die Nachdenklichen durchgesetzt, so dass bei der friedlichen Wende kein einziger Schuss gefallen ist.“

Eckhard Liebrecht ging auch auf die Mahnwache der Initiative Offene Heide ein, die am Zugang zum Jägerstieg für eine ausschließlich zivile Nutzung der Colbitzer-Letzlinger Heide demonstrierte. „Das ist gut so in einer Demokratie, solange der Protest friedlich verläuft.“

Eine bemerkenswerte Rede hielt Nicole Bosse, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Colbitz-Letzlinger Heide. Sie war im Wendeherbst Schülerin an der Magdeburger Gagarin-Oberschule mit erweitertem Russischunterricht. „Es gab von Seiten der Schulleitung immer wieder Drohungen, nicht an den Montagsdemonstrationen teilzunehmen.“

Der offizielle Teil der Feier endete mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne, begleitet von den Neuenhofer Blasmusikern. Danach feierten die Besucher in fröhlicher Runde den Tag der Deutschen Einheit.