Burg l „Diesen Tag begehe ich schon mit 50 Prozent Freude, aber eben auch mit 50 Prozent Tränchen in den Augen“, beschreibt Sophie Karakoyon ihre Gefühle, als ihr Sohn Marlik am Sonnabend eingeschult wurde. Er wird ab heute in eine erste Klasse der Grundschule Süd in Burg gehen. Der Junge freut sich auf die Schule. „Ich bin aber auch ein bisschen aufgeregt“, meint er. Seine Eltern begleiten ihn zur Feier dieser neuen Lebensetappe. Nach der offiziellen Feier wird dieses Ereignis noch ein wenig weiter gefeiert, erklärt seine Mutter. „Wir grillen, es gibt eine kleine Kinderparty und natürlich auch Geschenke.“ Marlik schaut mit strahlenden Augen auf die Schultüte, die sein Vater Mustafa im Arm hält. Oben schaut ein Plüschtier mit großen, funkelnden Augen heraus und gibt schon einen ersten Eindruck auf die Geschenke, die den Erstklässler erwarten.

Seine Eltern sind aber auch ein wenig in Sorge, ihren Sohn in einem Sommer, in dem eine Pandemie die Welt fest im Griff hat, in die Schule zu schicken. „Im Flur und in den Pausen wird er eine Maske tragen müssen, im Klassenzimmer wohl nicht“, erklärt Sophie Karakoyon. Auf der Internetseite der Grundschule gibt es zahlreiche Informationen, die die Eltern und Kinder beachten müssen. „Marlik kennt das ja schon mit den Masken aus Geschäften, aber ungewohnt ist die Situation trotzdem. Ich denke, dass die Lehrer auch einen großen Teil dazu beitragen werden, dass die Kinder mit den Regelungen zurecht kommen“, ist sich die Mutter sicher.

Hygieneregeln werden trainiert

Dies kann auch Ute Möller, eine der Klassenlehrerinnen bestätigen: „Wir werden das jeden Tag mit den Kindern trainieren die Masken zu tragen, den Abstand einzuhalten und regelmäßig die Hände zu waschen.“ Trotz der umfangreichen Vorbereitungen und der neuen, schwierigen Situation für Lehrkräfte freut sie sich aber auf die neuen Schüler.

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Obwohl eine Einschulung für Kinder ohnehin schon etwas Besonderes und Aufregendes ist, war die Feier der Grundschule Süd noch ein weniger außergewöhnlicher: Sie fand im Burger Kino statt. „Und das kann ja nun wirklich nicht jeder von sich behaupten, dass er im Kino eingeschult wurde“, begrüßt Schulleiterin Bärbel Birnbaum die Kinder. „Aber nicht, dass ihr am Montag dann auch wieder hier her kommt, unsere Schule sieht dann doch ein wenig anders aus“, lacht sie.

Feier in kleinem Rahmen

Die Schulleiterin zeigt sich froh, dass die Schüler nach den Ferien auch wieder die Klassenräume nutzen können. „Unsere Schule ist derzeit regelrecht eine Baustelle, es ist nur den Bauarbeitern und den Reinigungskräften zu verdanken, dass wir nun alle Räumlichkeiten wieder nutzen können“, zeigt sie sich erleichtert. Weil die Sporthalle für die Einschulungsfeier nicht nutzbar war, kam die Idee zustande, die Feier im Kino stattfinden zu lassen. Dieses war auch noch aus einem anderen Grund ein passender Ort, denn den Kindern wurde ein Film über die Schule gezeigt. „Normalerweise ist unsere Einschulungsfeier in einem deutlich größeren Rahmen, aber dieses Mal können nur die Eltern mitkommen, statt wie sonst auch die Großeltern und andere Angehörige. Auch Singen ging nicht, so waren Vorführungen schwer möglich. Deswegen haben wir uns entschlossen, einen Film über unsere Schule zu drehen“, erläutert die Schulleiterin. Lehrer Chris Long übernahm die Umsetzung und so konnten Eltern und Kinder auf der großen Leinwand schon mal einen ersten Blick auf Räumlichkeiten, Lehrer und ältere Mitschüler erhaschen.

Obwohl die Feier im kleineren Rahmen und mit diversen Auflagen stattfinden musste, zeigt sich die Schulleiterin froh, dass sie überhaupt stattfinden konnte. „Der Start in das Schulleben ist so etwas Besonderes für die Kinder, es wäre sehr schade gewesen, wenn wir das überhaupt nicht hätten würdigen können“, erklärt sie.