Athen (dpa) - Auch nach dem von Ausschreitungen im Vorfeld überschatteten Pokalendspiel zwischen PAOK Saloniki und AEK Athen will die FIFA den griechischen Fußball weiterhin eng beobachten.

Die Partie zwischen PAOK Saloniki und AEK Athen galt nach mehreren schweren Ausschreitungen und Spielabbrüchen zuletzt als eine Art Bewährungsprobe für den griechischen Fußball. Der nordgriechische Traditionsverein PAOK holte sich den Pokal mit einem 2:0-Erfolg.

Das Endspiel ging, abgesehen von hin und wieder gezündeter Pyrotechnik aus beiden Fan-Lagern, einigermaßen normal über die Bühne. Im Vorfeld der Partie hatte es in Athen aber erneut Ausschreitungen gegeben. Der für Sport zuständige griechische Vizeminister Giorgos Vasiliadis warnte im Rundfunk alle Veranwortlichen. Sie müssten umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen treffen und vor allem umdenken. Ihr Produkt müsse wieder attraktiv werden, erklärte er. Der griechische Fußball steht weiter im Fokus des Fußball-Weltverbandes FIFA.

Der Ex-Wolfsburger Vieirinha (65. Minute) und Dimitris Pelkas in der Nachspielzeit schossen die Siegtore für PAOK. Ognjen Vranjes (81.) von AEK und die PAOK-Spieler Mauricio (80.) und Fernando Varela (90.+4) wurden in einer hitzigen Schlussphase vom Platz gestellt.

In weiten Teilen des Athener Stadtzentrums und rund um das Olympiastadion war es im Vorfeld der Partie zu Ausschreitungen gekommen. Schon am Nachmittag hatte es Randale gegeben. In der Nacht vor der Partie wurden nach Berichten des staatlichen Rundfunks mindestens vier Polizisten leicht verletzt.

Die Gemüter waren so erhitzt, dass der griechische Fußballverband EPO-HFF ein Schiedsrichter-Gespann aus Spanien für das Endspiel verpflichtete. Im Stadion, das 66.000 Zuschauer fasst, durften aus Sicherheitsgründen nicht mehr als 34.000 Fans dabei sein.

Nach mehreren schweren Ausschreitungen und Spielabbrüchen hatte die FIFA dem griechischen Verband mit Ausschluss aus allen internationalen Wettbewerben gedroht und harte Maßnahmen vom Verband und dem Staat gefordert.

Trauriger Höhepunkt war der Skandal am 11. März. Damals hatte PAOK-Besitzer Iwan Savvidis kurz vor Ende der Partie zwischen PAOK und AEK mit einem Revolver am Gürtel auf dem Spielfeld Schiedsrichter und gegnerische Spieler sowie Trainer bedroht und beschimpft. Die Meisterschaft wurde danach für drei Wochen unterbrochen. PAOK wurden mehrere Punkte abgezogen. AEK gewann den Meistertitel.

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