Rom (dpa) - Der frühere Leipziger RB-Sportdirektor Ralf Rangnick möchte in künftigen Jobs gerne seine Stärken als Trainer und Manager kombinieren.

Im Juli war ein Wechsel Rangnicks zum AC Mailand nach Italien gescheitert, nachdem dort der Trainervertrag von Stefano Pioli verlängert wurde. Wie genau seine Zukunft aussehen werde, hänge "vom Projekt" ab, sagte der 62-Jährige der italienischen Zeitung "Gazzetta dello Sport" vom Donnerstag.

Über die geplatzten Verhandlungen mit dem AC Mailand sagte Rangnick, dass die Gespräche schon seit Oktober 2019 liefen. Sie begannen "Ende Oktober, als sich die Mannschaft in einer komplizierten Situation befand: drei Punkte von der Abstiegszone", berichtete er.

Aber er habe darüber nicht öffentlich gesprochen. Details wolle er auch jetzt nicht preisgeben. Die Verhandlungen waren trotz vieler Spekulationen von beiden Seiten immer wieder dementiert worden. Kurz zuvor, am 9. Oktober, begann der Trainervertrag von Stefano Pioli. Der AC Mailand schloss die Saison auf dem sechsten Platz ab.

"In den letzten 36 Jahren war ich immer dann erfolgreicher, wenn ich mehr war als nur Techniker, wenn ich "Train-ager" war, Coach und Manager sein konnte", analysierte Rangnick. Er sehe sich selbst "als Teil eines Rädchens mit vielen Teilen. Ich suche die besten Leute, die stärksten Fachleute, vom Personal bis zum Ernährungswissenschaftler, vom Psychologen bis zum Videoanalytiker und natürlich beim Scouting", sagte er.

Dieses Modell könne "überall" funktionieren, auch in der ersten Liga Italiens, führte er aus und ergänzte, es könne funktionieren, "wenn es Unterstützung und Austausch gibt". Dafür müssten auch die Spieler die richtige Mentalität haben. Bei RB Leipzig war Rangnick außer als Sportdirektor auch mehrfach als Übergangstrainer tätig. Ende Juli bat er dort um Auflösung seines Vertrags.

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