Düsseldorf (dpa) - Geschäftsführer Jörg Schmadtke vom VfL Wolfsburg hat sich über angebliches Zweikampftraining der Konkurrenz während der Coronavirus-Krise beschwert.

"Die Clubs hatten sich über Gruppengröße und Zweikämpfe verständigt. Wenn sich da einige nicht dranhalten, finde ich das ärgerlich und nicht kollegial", sagte der 56-Jährige der "Bild"-Zeitung. Ausgerechnet bei seinem langjährigen Club Fortuna Düsseldorf und auch beim FC Augsburg soll nach Informationen der Zeitung Zweikampftraining stattgefunden haben.

Die Düsseldorfer, die seit Montag wieder im Arena-Sportpark trainieren, weisen die Vorwürfe zurück. "Wir haben in Gruppen auf drei Plätzen trainiert, damit wir den maximalen Abstand einhalten", erklärte Medienchef Kai Niemann. Trainer Uwe Rösler sagte dem "Express" nach den Einheiten: "Wir haben nach dem Aufwärmen Ballgewinne, Passformen, Torabschlüsse trainiert. Aber alles noch ohne Zweikämpfe."

Schmadtke, gebürtiger Düsseldorfer und langjähriger Fortuna-Profi, kritisierte die Konkurrenten. "Ich prangere das sogar an. Ich kann nicht Wasser predigen und Wein trinken. Wir müssen aufpassen, dass einige nicht Sachen propagieren, an die sie sich dann nicht halten", sagte Schmadtke.

Das Präsidium der Deutschen Fußball Liga appellierte am Dienstag in einer Mitteilung an alle Profis und Clubs, "weiterhin verantwortlich mit der aktuellen Situation umzugehen. Insbesondere wäre es nicht im Sinne der Sache und erst recht nicht öffentlich vermittelbar, wenn vorzeitig ins reguläre Mannschaftstraining zurückgekehrt würde. Um individuelle Wettbewerbsvorteile mit Blick auf eine möglicherweise baldige Fortsetzung des Spielbetriebs zu erzielen, darf nicht die übergeordnete Perspektive ignoriert werden."

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