Bilbao/San Sebastian (dpa) - Die Bayern-Fußballerinnen haben dem VfL Wolfsburg beim Finalturnier der Champions League den möglichen Weg zum Titel gewiesen.

Beim unglücklichen 1:2 (0:1) im Viertelfinale gegen die Weltauswahl von Olympique Lyon zeigten die Münchnerinnen, wie dem Topfavoriten aus Frankreich nach vier Triumphen in Serie bei der Endrunde in San Sebastian und Bilbao beizukommen ist. Besonders genau dürfte das Team des VfL Wolfsburg hingeschaut haben. Dem deutschen Double-Gewinner wird am ehesten zugetraut, die Siegesserie der deutschen Nationalspielerin Dszenifer Maroszan und ihrer Olympique-Kolleginnen zu beenden.

Mentalität, Teamgeist und Entschlossenheit verbunden mit einer klaren taktischen Marschroute sind Voraussetzungen, um Lyon in Verlegenheit zu bringen. All das brachte der FC Bayern in Bilbao auf den Rasen. Was schließlich dazu führte, das Olympique zu verzweifeln begann. 40 Minuten waren die Französinnen zwar das optisch überlegene Team, Chancen hatten sie im Gegensatz zu den Münchnerinnen aber kaum.

"Wir hatten gute Chancen und haben sie aber nicht genutzt, das macht in solchen Spielen dann eben den Unterschied", resümierte Bayern-Trainer Jens Scheuer. Aus drei guten Möglichkeiten machte Lyon durch Nikita Parris (41.) und Amel Majri (59.) zwei Treffer und zeigte damit seine Cleverness. Fehler und Missverständnisse wie beim 0:1 zwischen Kristin Demann und Bayern-Torhüterin Laura Benkarth darf man sich gegen ein solches Team nicht leisten.

Wahrscheinlich ungewollt gab Olympique-Coach Jean-Luc Vasseur den kommenden Gegnern einen Tipp, wie sein Team zu bezwingen ist. "Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die sehr gut vorbereitet war. Sie haben viel Intensität an den Tag gelegt und auf alle Details geachtet." Was den Bayern fehlte, war die Erfahrung. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber sind im Vergleich zu Lyon noch eine sehr junge Mannschaft", sagte Scheuer, der nach dem bitteren Aus - die Bayern hatten nach dem Anschlusstreffer von Carolin Simon (64.) durch Sydney Lohmann (79.) noch einen Lattentreffer - seinen Anspruch auf den Gewinn der Champions League wiederholte. "Mein Ziel ist es, irgendwann mit der Mannschaft diesen Pokal zu gewinnen."

Die Unterstützung der Bayern-Chefetage ist ihm dafür gewiss. "Für die Zukunft sind wir bestens aufgestellt. Unser erklärtes Ziel ist es, in Deutschland die Nummer 1 zu werden und uns in Europa weiter in der Spitzengruppe zu etablieren", sagte Präsident Herbert Hainer und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge betonte: "Ein großes Kompliment, an dieser Mannschaft werden wir und unsere Fans noch viel Freude haben."

Bis es soweit ist, ruhen die deutschen Hoffnungen auf dem VfL Wolfsburg. Nach dem lockeren 9:1 gegen Glasgow City wartet im Halbfinale am Dienstag (20.00 Uhr/Sport 1) mit dem FC Barcelona eine deutlich schwerere Aufgabe. "Wir werden das Selbstvertrauen aus diesem Spiel mit in das nächste nehmen. Wir wissen, was wir können", sagte Vierfach-Torschützin Pernille Harder nach dem Glasgow-Spiel. Wie alle Wölfinnen hat sie aber nur ein Ziel: Im Finale Lyon schlagen.

© dpa-infocom, dpa:200822-99-269393/7

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