Berlin (dpa/tmn) - Wer Hilfe bei wichtigen Versicherungsfragen braucht, sollte sich nicht nur auf eine Meinung verlassen. Denn die Beratung bei Versicherungsmaklerfirmen ist nicht immer gut. Das zeigt eine Untersuchung der Zeitschrift "Finanztest" (12/2020) der Stiftung Warentest.

Dafür ließen die Warentester Testkunden insgesamt 32 mal mit der gleichen Frage beraten: Lohnt der Wechsel in die private Krankenversicherung? Im Test waren vier Maklerfirmen, die alle auch am Verkauf von Versicherungsverträgen verdienen. Nur eine der getesteten Firmen schaffte in puncto Beratungsqualität knapp das Urteil "Gut". Zwei weitere berieten "befriedigend", eine nur "ausreichend".

Falsche Infos und fehlende Fragen

In 21 von 32 Beratungsgesprächen wurde dieser Schritt empfohlen. Und das, obwohl ein Wechsel aufgrund der persönlichen Situation der Testkunden eigentlich eher für den Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung gesprochen hätte.

In einzelnen Gesprächen wurde die private Krankenversicherung als Modell zum Geldsparen dargestellt. Dabei hatten die Testkunden zwei Kinder beziehungsweise einen entsprechendem Kinderwunsch. Für Kinder werden in der privaten Krankenversicherung eigene Beiträge fällig. Mitunter vergaßen die Makler in den Beratungen auch, wichtige Fragen zur persönlichen Situation der Kunden zu stellen.

Berater und Verbraucherschützer als Alternative

Das Fazit: Wer eine wichtige Frage in Bezug auf Versicherungen beantworten will, sollte sich eine Zweitmeinung einholen. Neben Versicherungsmaklern gibt es außerdem Versicherungsberater und Versicherungsvertreter, die bei der Entscheidung helfen können.

Anders als Makler und Vertreter bekommen Versicherungsberater keine Provisionen von den Versicherungsgesellschaften. Sie erhalten ein Honorar vom Kunden. Eine weitere Möglichkeit sind die Verbraucherzentralen, die kostenpflichtig zu Versicherungsfragen beraten und keine Verträge vermitteln.

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