Frankfurt/Main (dpa) - DHB-Vizepräsident Bob Hanning hat mit scharfer Kritik auf die Forderung der Chefs des THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt nach einer Absage der Handball-WM 2021 in Ägypten reagiert.

"Ich finde es ehrlich gesagt sehr anmaßend, einem Land wie Ägypten die Fähigkeit, eine WM auszurichten, in dieser Form abzusprechen", sagte Hanning in einem Interview bei Sport1. "Ich bin mir sehr sicher, dass die Ägypter genauso in der Lage sind hygienische Standards herzustellen, wie wir sie in Deutschland auch vorfinden."

Kiels Aufsichtsratsvorsitzender Marc Weinstock und Flensburgs Beiratschef Boy Meesenburg hatten in einem gemeinsamen Interview der "Sport-Bild" für eine WM-Absage plädiert, weil sie bei dem Turnier vom 13. bis 31. Januar kommenden Jahres aufgrund der aktuellen weltweiten Corona-Lage eine erhöhte Infektionsgefahr befürchten.

"Im Rahmen der Völkerverständigung finde ich es traurig, so etwas einfach in den Raum zu stellen", sagte Hanning. "Wenn der Weltverband eine WM vergibt und Ägypten zusichert, die Rahmenbedingungen zu schaffen, dann sehe ich keinerlei Grund für eine Verlegung. Ich weiß nicht, mit welcher Arroganz wir an Themenfelder herangehen. Ich empfinde dies als unangebracht und distanziere mich davon."

Auch eine von den Verantwortlichen der beiden deutschen Topclubs angeregte Verschiebung des Saisonstarts der Handball-Bundesliga in den Januar lehnt Hanning ab. "Die Formel 1 fährt, die Fußball-Bundesliga spielt – da frage ich mich schon, warum wir keinen Handball spielen sollen", sagte der 52-Jährige.

Die Bundesliga-Spielzeit soll am 1. Oktober beginnen, bereits am 26. September ist der Supercup zwischen Meister Kiel und Vizemeister Flensburg in Düsseldorf geplant. Ob zum Saisonstart Zuschauer zugelassen sind, ist wegen der Corona-Lage derzeit ungewiss.

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